Waldsiedlung Gilching

"Rechtlich ist alles in Ordnung"

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Gilching – In Gilching kostet Baugrund mittlerweile bis zu 1.200 Euro pro Quadratmeter. Kein Wunder, dass jede baureife Fläche voll genutzt wird. In der so genannten Waldsiedlung entsteht derzeit ein Wohnprojekt, bei dem der Verkehr direkt an den Fenstern vorbeirollt.

Wie kann man nur so planen, beschwerte sich unter anderem ein Anwohner, der in direkter Nachbarschaft des neuen Bauprojekts zwischen Am Stockerfeld und Apostelholzweg wohnt. Auf dem spitz zulaufendem Grundstück entstehen derzeit ein Vierspänner, ein Doppelhaus und ein Einfamilienhaus. Platz für einen Geh- oder Radweg bleibt nicht mehr. „Die Abstandflächen sind eingehalten“, erklärt Gilching Bauamtsleiter Max Huber auf Anfrage. Als Straßenbreite bleiben fünf Meter für den Apostelholzweg und sechs Meter für Am Stockerfeld. „Es war früher auch nicht anders. Wenn sich zwei Pkws begegneten, konnte man allerdings auf Privatgrund ausweichen, weil nicht alles bebaut war. Das geht jetzt nicht mehr.“ Zumal vor den Vierspänner in den Spitz des Grundstückes noch ein Doppelhaus und hinter den Vierspänner ein Einfamilienhaus hinkommt. „Es wird eng“, räumt Huber ein. „Dies wurde auch im Genehmigungsverfahren kritisiert. Rechtlich aber ist alles in Ordnung.“ Wie berichtet, fordern Anwohner seit Jahren unter Federführung von Werner Deiglmayr in der Waldkolonie die Aufstellung eines Bebauungsplans. Vor knapp einem Jahr gab es eigens eine Bürgerversammlung zu diesem Thema. Rund 120 Bürger waren gekommen, um gegen die dichte Bebauung Protest anzumelden. Bürgermeister Manfred Walter und zugeladene Experten hatten in der Versammlung erklärt, dass es für die Waldkolonie aufgrund eines fehlenden Bebauungsplans der Paragraph 34 herangezogen werden muss. Dieser wiederum orientiere sich baulich an der bereits vorhandenen Bebauung. Kreisbaumeister Christian Kühnel betonte außerdem: „Der Paragraph 34 ist der Motor der Verdichtung. Wir als Genehmigungsbehörde müssen uns daranhalten.“ Werde dem Grundstückseigner Baurecht entzogen, könne er mit Aussicht auf Erfolg eine Entschädigung einklagen. Im Dezember 2015 hatte die BI insgesamt 505 Unterschriften gesammelt, um die Aufstellung eines Bebauungsplanes im Gemeinderat durchzusetzen. Dies hatte das Gremium mit der Begründung abgelehnt, dass die Waldkolonie über die Jahrzehnte hin im unterschiedlichen Stil bebaut worden ist und schützenswerte stadtplanerische Ansprüche nicht mehr erkennbar sind. Im Übrigen würde sich ein Bebauungsplan über viele Jahre hinziehen, so Huber, weil sich unter anderem Grundstücksbesitzer, die bisher auf eine Bebauung verzichtet hatten, gegen eine Beschränkung des Bauraums gerichtlich zur Wehr setzen würden. pop

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