Walter durch die Mangel gedreht

An der Andechser Straße in Gilching (Pfeil) soll das neue Pflegeheim entstehen. Foto: Polster

Ärger handelte sich Bürgermeister Manfred Walter auf der Jahresversammlung des Sozialdienstes Gilching-Argelsried ein. Vorstand und Mitglieder kritisieren den Überhang an den geplanten Pflegeplätzen. Sie drohten dem Rathauschef sogar ein Bürgerbegehren an.

Rund 50 Mitglieder schossen sich im Laufe des Abends auf das geplante Pflegeheim ein. Wie berichtet, soll angrenzend an das Betreutes Wohnen an der Andechser Straße ein Pflegeheim mit 60 bis 70 Plätzen gebaut werden. Zum Ärger des Sozialdienstes, der Träger des Betreuten Wohnens ist und seit geraumer Zeit auf weiteren Bedarf hinweist. „Die Warteliste umfasst derzeit 140 Personen, vorwiegend Ortsansässige“, erklärte Vorstandsmitglied Marc Engelhardt. Der Vorwurf gegenüber der Gemeinde lautet, dass der Gemeinderat an einem längst überholten Konzept festhalte. Nach Meinung der Kritiker reiche das geplante Pflegeheim an der Weßlinger Straße mit 70 Plätzen für den künftigen Bedarf aus. Außerdem gebe es noch das Pflegeheim an der Rosenstraße mit 40 Plätzen. „Der Bedarf für Betreutes Wohnen ist um ein Vielfaches höher als der nach Pflegeplätzen“, betonte Engelhardt. Die Diskussion spitzte sich derart zu, so dass letztendlich sogar ein Bürgerbegehren ins Spiel gebracht wurde. „Ja, ich wurde buchstäblich durch die Mangel getrieben“, sagte Bürgermeister Manfred Walter gestern auf Anfrage. Es sei richtig, dass eine Ausschreibung für ein Pflegeheim beim Betreuten Wohnen läuft. „Der Gemeinderat wird sich mit diesem Thema voraussichtlich noch in der Juli-Sitzung befassen.“ Die Kritik seitens des Sozialdienstes sei aber nicht nachvollziehbar, so Walter. „Es ist bekannt, dass das Pflegeheim an der Rosenstraße baulich nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die Türen für die Betten sind zu eng. Außerdem sind die Wasserleitungen völlig marode.“ Laut Walter würden derzeit mehrere tausend Euro monatlich investiert, um den Legionellen Herr zu werden. Dass es zu einem Bürgerentscheid kommen wird, glaubt Walter nicht. „Es handelt sich um ein gemeindliches Grundstück. Man kann zwar per Bürgerentscheid fordern, dass mehr Plätze für Betreutes Wohnen kommen. Aber nicht, dass auf einem gemeindlichen Grundstück kein Pflegeheim gebaut wird.“

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