Warnung vor Grundsatzdebatte

Gilching benötigt ein repräsentatives Rathaus - die vorgestellten Pläne für einen Neubau stießen jedoch nicht auf uneingeschränkte Begeisterung. Foto: Polster

Als positiv bewertet wurde im Gemeinderart in Gilching, dass nach Jahren der Verzögerung der Bau des neuen Rathauses in Angriff genommen werden soll. Doch die Pläne, die Architekt Horst Teppert präsentierte, fand nicht allgemein Gefallen. 

„Ich bin enttäuscht, dass die lang gezogene Schlucht, die von den Bürgern schon bei der Fußgängerzone nicht angenommen wird, sich beim Rathausneubau fortsetzt“, sagte Christian Bauer (CSU) in der jüngsten Ratssitzung.  Im Übrigen kritisierte er, dass sich das neue Rathaus im Hinterhof  befindet und so nicht als Zentrum gesehen werden kann. Anderer Meinung war da Horst Teppert. Der Architekt, der schon das Ortszentrum konzipiert hat, wies auf die seiner Meinung nach positive offene Gestaltung hin und bemerkte, dass das Rathaus nicht im Hinterhof stehe. Vielmehr sei es von allen Seiten zugänglich. Keine Verfechterin der neuen Planung war auch Dorothea Heutelbach (CSU). „Mit der Änderung haben wir uns selbst ein Bein gestellt. Wir sollten uns bei zwölf Millionen Euro Baukosten noch eine andere Variante überlegen.“ Einhalt gebot Bürgermeister Manfred Walter. „Ich warne vor einer grundsätzlichen Änderung des vorliegenden Konzepts. Es kann dann wieder Jahre dauern, bevor wir ein neues Rathaus bekommen.“ Unterstützung bekam er von Manfred Herz (CSU). „Wir brauchen ein repräsentatives Rathaus und das so schnell als möglich.“ Michael Rappenglück bewertete den Platz zwischen Rathaus und geplantem Café als durchaus annehmbar und als „neuen Treffpunkt auf viele Jahrzehnte hinaus“. Dass alleine ein Café keinen attraktiven Treffpunkt ausmacht, bemängelte Michael Hauser (CSU) und verwies auf die Gastronomie am wenig frequentierten Marktplatz. Martin Fink (CSU) erinnerte daran, dass bereits seit drei Jahrzehnten rund ums Ortszentrum geplant werde und es zudem keinen anderen Standort für das Rathaus gibt. Auch Thomas Reich (FW) mahnte, keine Grundsatzdiskussionen zu beginnen und die vorgestellte Planung weiter zu verfolgen. Zumal sechs Vorschläge bereits in einer Vorauswahl von den Fraktionsvorsitzenden gesichtet und geprüft wurden und zwei davon in die engere Auswahl kamen. Die zwei Varianten sind in L-Form gehalten und unterscheiden sich lediglich im Detail. Der lang gezogene Verwaltungstrakt zieht sich von der Pollinger Straße bis hin zum separat gehaltenen und schräg gestellten Rathaus mit Sitzungs- und Veranstaltungssaal mit Platz für bis zu 200 Besucher. Die Architekten-Kosten für die Ausarbeitung gab Bauamtsleiter Max Huber mit 71.200 Euro an. Wegen der noch nicht geklärten Finanzierung des Bau-Vorhabens grundsätzlich regte Herz an: „Wir sollten überlegen, die freie Fläche neben dem Rathaus, auf dem eigentlich das Bürgerhaus geplant war, zu verkaufen.“

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