Gut für Venen und Schlaf

Wassertreten an der Würm: Gräfelfing eröffnet Kneippbecken

Das neue Kneippbecken: Anwesend waren Bürgermeister Peter Köstler, die Leiterin des Sachgebiets Umwelt, Dr. Lydia Brooks, Betriebshofleiter Christian Geier, Peter Mitschke (Garten- und Landschaftsbau Peter Mitschke), Johannes Titze (Wasserbau Titze Ingenieure) und Michael Berr (Stifter Baumelbank).
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Das neue Kneippbecken: Anwesend waren Bürgermeister Peter Köstler, die Leiterin des Sachgebiets Umwelt, Dr. Lydia Brooks, Betriebshofleiter Christian Geier, Peter Mitschke (Garten- und Landschaftsbau Peter Mitschke), Johannes Titze (Wasserbau Titze Ingenieure) und Michael Berr (Stifter Baumelbank).

Gräfelfing – Pünktlich zum Sommer und genau zum 200 Geburtstag des Pfarrers Kneipp wird ein neues Element der Gesundheitsvorsorge und der Naherholung am Gräfelfinger Anger betriebsbereit: ein Kneippbecken, das das Wasser der Würm nutzt. In der kleinen Bucht kurz vor dem Mesnerweg und dem Wasserrad wurde das Bauwerk naturnah in die Umgebung eingefügt – mit großen Natursteinblöcken zum Sitzen, Stufen in die Würm, einer Baumelbank zum Trocknen der Füße sowie einem Handlauf für sicheres Gehen.  

Hose hoch und los – dem Wassertreten werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben. So soll es Kreislauf und Durchblutung anregen, die Venen kräftigen sowie den Schlaf fördern. Begründet wurde es durch den Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp, der – selbst an Tuberkulose erkrankt – Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem heilsamen Einfluss von Wasser experimentierte und sich erfolgreich therapierte. So begründete er die Hydrotherapie (Wassertherapie) und wurde Namensgeber für die „Kneipp-Medizin“ und die Wasserkur. Heute wird diese als anerkannte Heilmethode eingesetzt und landläufig „Kneippen“ genannt.

Bereits im Juli 2019 wurde im Ausschuss für überörtliche Angelegenheiten und Umweltfragen beschlossen, ein Kneippbecken auch in Gräfelfing zu errichten. Der Standort kurz vor dem Mesnerweg wurde gewählt, da hier bereits eine Uferaufweitung zu finden war, die genutzt werden konnte. Man wurde so den Vorgaben des Wasserwirtschaftsamts München gerecht. Auch durfte der Handlauf des Beckens nicht zum Würmquerschnitt stehen und für das Becken selbst durfte kein Baum gefällt werden. „Die Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt war hilfreich und wertvoll für das Projekt“, so die Verantwortliche im Rathaus Dr. Lydia Brooks. „Und mit der bayerischen Fischereibehörde haben wir das Projekt ebenfalls abgesprochen, daraus entstand noch eine kegelförmige Schutzstruktur im Wasser, die wir ein kleines Stück weiter oben im Flusslauf künstlich mit Kies geschaffen haben, die den Fischen Möglichkeiten zum Laichen bietet. So haben wir einen weiteren ökologischen Mehrwert gewonnen.“

Geachtet wurde bei dem gesamten Projekt auf eine naturnahe Gestaltung, die die Umgebung in möglichst geringem Maße beeinflusst: Große Natursteinblöcke bieten Platz zum Sitzen, Steinstufen führen hinunter in die Würm. Ein Handlauf aus Edelstahl bietet die nötige Sicherheit beim Gehen. Damit das Wassertreten Spaß macht, wurden am Würmgrund verschiedene Kieslagen aufgebracht, die besonders angenehm zum Darüberlaufen sind und sogar die Reflexzonen an den Füßen stimulieren. Eine so genannte Baumelbank zum Trocknen der Füße ergänzt die Anlagengestaltung. Diese wurde gestiftet von dem Gräfelfinger Bürger Michael Berr. Auf eine andere Bürgerin ging ursprünglich der Impuls zu einem Kneippbecken zurück: Therese Stadler brachte die Idee bei Bürgermeister Köstler vor. Die Pflege und Verkehrssicherheit der Anlage übernimmt die Gemeinde Gräfelfing.

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