"Weder sachlich noch fair"

Selten ist eine Mischung aus Bewahren und Modernisieren so gut geglückt, wie beim geplanten Hundertwasser-Naturhaus in Andechs. Dennoch hat das landschaftlich optimal eingepasste Projekt Kritiker auf den Plan gerufen. Heimatpfleger Gerhard Schober spricht von Verschandelung der Ortschaft und Kirchenmann Pater Valentin von nicht hinnehmbarer Konkurrenz zu heimischen Kirchtürmen.

Sichtlich überrascht zeigte sich Barbara Scheitz über die massive Kritik, die ihr seitens der Gegner des Projekts entgegen prallt. „Herr Schober hat bereits öffentlich gegen das Projekt gewettert. Und dies, ohne es genau zu kennen oder dass er sich persönlich bei uns informiert hätte“, bedauert die Firmenchefin der Andechser Molkerei. Sie hatte am Donnerstag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Unter anderem bezeichnete Schober den 28 Meter hohen und in dezent schwarz-weiß gehaltenen Aussichtsturm als knallbunt und kasperlhaft. „Es ist weder knallbunt, noch wird viel davon zu sehen sein“, sagt Scheitz. Sie räumt zwar ein, dass sich grundsätzlich über Geschmack streiten lässt. Doch mit falschen Darlegungen Stimmung in der Öffentlichkeit zu machen, „das ist weder sachlich noch fair“. Vielmehr plane man seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Denkmalschutz, wie sich das Gelände um die Molkerei so gestalten lässt, dass zum einen eine bauliche Entwicklung möglich wird. Zum anderen aber sollen alle mit der Lösung zufrieden sein können. Was mit dem Hunderwasser-Naturhaus ihrer Meinung nach auch gelungen ist. So wirke unter anderem der Hügel, in dem das Verwaltungsgebäude integriert werden soll, als zusätzlicher Lärmschutz für die Anwohner. Geplant ist außerdem die komplette Sperrung der alten Zufahrt über den Kreuzäckerweg, so dass der Liefer- und Besucherverkehr nur noch über die etwas außerhalb gelegene Biomilchstraße erfolgt. Den Vorwurf eines Anwohners, dass es zu wenige Informationen im Vorfeld gegeben hat, bedauert Scheitz. „Wir wussten und wissen aber selbst noch nicht genau, wie das Projekt letztendlich aussehen wird. Es gab auch noch viele Fragen zu klären. Außerdem beginnt ja erst das Bauleitplanverfahren, innerhalb diesem die Bürger sowieso mit einbezogen werden.“ Des Weiteren ist ja für das Wochenende 15. und 16. Januar zwischen 14 und 16 Uhr im Verwaltungs-Container jeweils ein Infotag für die Bürger geplant. „Wir stellen alle Informationen bereit, die wir haben und werden auch jede Frage der Besucher beantworten. Leider hat das Vorschnellen des Heimatpflegers alles etwas durcheinander gebracht“, bedauert Scheitz.

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