ÖPNV-Anschluss

S-Bahn oder Expressbus

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Gauting/Weichselbaum – Dass die Gewerbegebiete rund um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen wie der Technologiepark oder das Gewerbe- gebiet Gilching Süd dringend besser an den ÖPNV angebunden werden müssen, ist unbestritten. Die Frage heißt nur wie:

Durch Reaktivierung der ehemaligen S-Bahnstation Weichselbaum oder durch einen Expressbus von Gauting nach Oberpfaffenhofen? Rund 5.500 Mitarbeiter sind in den genannten Gewerbegebieten derzeit beschäftigt, bis 2025 wird sich deren Zahl, so teilen es die dort ansässigen Unternehmen mit, auf etwa 7.000 steigern. Laut Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster müsste der MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) bereits bei einem potentiellen Fahrgastaufkommen von 5.000 reagieren. Der MVV jedoch sieht noch keinen Handlungsbedarf. Dem Kreis-Verkehrsausschuss stellte Münster aber eine Alternative vor. Eine zweite Expressbuslinie vom Gautinger S-Bahnhof über das Gilchinger Gewerbegebiet Süd nach Oberpfaffenhofen und Weßling zur dortigen S-Bahnhaltestelle könnte ebenfalls die Beschäftigten befördern. Für die Entwicklung für einen weiteren Haltepunkt für die S8 von Herrsching zum Münchner Flughafen rechnet Münster mit einem Realisierungszeitraum von zehn bis zwölf Jahren. Der Expressbus – neben der Verbindung von Starnberg über Gilching nach Fürstenfeldbruck ab Dezember wäre das die zweite „X-Linie“ im Landkreis – könnte bereits ab September 2017 rollen. Voraussetzung ist, dass Gilching eine Verbindungsstraße vom Gewerbegebiet Süd nach Oberpfaffenhofen baut. 

Die Einführung einer weiteren Expressbuslinie bezifferte Münster auf 800.000 bis zirka eine Million Euro. Vorteil eines Busses wäre neben der Verbindung der zwei S-Bahnstationen Weßling (S8) und Gauting (S6) mehrere Haltemöglichkeiten in den Gewerbegbieten. Und von Gauting aus ließe sich zudem eine weitere Verbindung nach Martinsried (U6) und Fürstenried West (U3) einrichten. „Somit bestünde dann auch eine Alternative zur störanfälligen S-Bahn“, betonte Susanne Münster vor den Mitgliedern des Kreis-Verkehrsausschusses. Ihre Abteilung beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit mit der Reaktivierung der Weichselbaumer Haltestelle beziehungsweise mit einer Busanbindung der Gewerbegebiete. „Das ist auch eine Frage der Wirtschaftsförderung“, so Münster, „denn Oberpfaffenhofen und Gilching Süd werden weiter kontinuierlich wachsen“. Davon sind auch die Kreis-Politiker überzeugt. Vize-Landrat Georg Scheitz (CSU) appellierte an die Runde, eine Haltestelle Weichselbaum nicht aus den Augen zu verlieren, nur weil der Expressbus vielleicht schneller realisiert werden kann. Scheitz brachte auch einen Park-and- Ride-Platz für Pendler aus Inning ins Spiel. „Das könnte für die Inninger interessant sein“, ist sich Scheitz auch wegen der heute schlechten Anbindung der Kommune sicher. Gilchings Bürgermeister Manfred Walter (SPD) machte deutlich, eine Haltestelle Weichselbaum dürfe keinesfalls zu Lasten einer der drei Gilchinger S-Bahnhöfe (Neugilching, Gilching-Argelsried, Geisenbrunn; d.Red.) gehen. „Das war schon einmal im Gespräch, den Bahnhof Geisenbrunn wegzunehmen“, erinnerte Walter. Denn eine weitere Station bedeutet eine verlängerte Reisezeit der S-Bahn, die in die Gesamtvertaktung aller Linien aufgenommen werden muss. „Das klingt alles sehr sinnvoll“, fasste Landrat Karl Roth Münsters Vortrag und die Debatte im Gremium zusammen und versprach, an beide Lösungen für eine bessere ÖPNV-Anbindung weiterzuarbeiten. O. Puls

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