Schwere Entscheidung

Weniger lokale Christkindlmärkte - Grenzregionen gehen anderen Weg

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Viele Christkindlmärkte im Landkreis sind wegen Corona abgesagt, anders als beispielsweise in Tirol.

Region - Weihnachtlich geschmückte Verkaufsbuden, besinnliche Adventsmusik, dampfender Glühwein, schmackhafte Christstollen und Lebkuchen. All diese Dinge sind seit Ewigkeiten fixe Bestandteile eines jeden Christkindlmarktes im Landkreis und der Region. Neben dem geselligen Aspekt sind Christkindlmärkte auch ein Tourismusmagnet und dementsprechend ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der zunehmenden Ausweisung von lokalen Risikogebieten hagelt es Absagen im Minutentakt. Seit Montag ist klar, dass es heuer auch in der Kreisstadt Starnberg keinen Christkindlmarkt am Kirchplatz geben wird. Die Hoffnung, dass man im benachbarten Ausland Ersatz findet, schwindet zunehmend, da beliebte Tourismusregionen ebenfalls keine Weihnachtsmärkte in diesem Jahr ausrichten. Ein kleiner Überblick:

Seit Wochenbeginn ist klar, dass es in Starnberg den traditionellen Christkindlmarkt am Kirchplatz nicht geben wird. Um trotzdem ein bisschen weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen, wurde ein spezielles Konzept entwickelt. An zentralen Plätzen in der Innenstadt sollen Buden aufgestellt werden, wie Marie Babst von der städtischen Standortförderung berichtet. Wo genau die Verkaufsstände stehen sollen, wird derzeit noch ausgearbeitet. Bereits zuvor hatten Andechs und auch Gilching ihre diesjährigen Christkindlmärkte ad acta gelegt. 

Die Stadt München hält dagegen an der Durchführung des Christkindlmarktes fest. Das ausgefallene Oktoberfest sowie eine leere Innenstadt machen Gastronomen, Hoteliers, und Händlern schwer zu schaffen. Der zentral gelegene Christkindlmarkt, den letztes Jahr rund 3,1 Millionen Menschen besuchten, soll aus ihrer Sicht, das finanzielle Desaster ein wenig abfedern. Die Münchner Stadtverwaltung hat bereits ein „spezielles Corona-Konzept“ vorbereitet, weist auf ihrem hauseigenen Stadtportal darauf hin, „dass allerdings die Möglichkeit besteht, dass der beliebte Christkindlmarkt kurzfristig entfällt, wenn sich das Infektionsgeschehen verschlechtert“. 

Sollte es mit dem Münchner Christkindlmarkt heuer nichts werden, bleibt für hartgesottene Fans der Gang in die Nachbarländer eine Option. Vorausgesetzt die Reisefreiheit wird aufrechterhalten und die Grenzen bleiben offen. Allerdings müssen sich Christkindlmarktbesucher in Österreich auf einige Neuerungen einstellen. 

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet wird der Innsbrucker Markt am Goldenen Dachl heuer ohne gastronomische Verkaufsstände abgehalten. Glühwein und Speisen dürfen nur in den umliegenden Gastgärten im Sitzen konsumiert werden. Darüber hinaus wird ein Zählsystem eingeführt, da sich nur maximal 2000 Besucher in der Altstadt aufhalten dürfen. In Salzburg setzt man ebenfalls auf den Weihnachtsrmakt. Mit einer Vielzahl an Sicherheitskräften soll der gebotene Mindestabstand kontrolliert werden. Wien fährt eine ähnliche Linie. Einbahnregelungen und Desinfektionsspender sowie Maskenpflicht soll einen reibungslosen Ablauf des Christkindlmarktes am Rathausplatz gewährleisten. In Südtirol hingegen ist man strikter. Am Dienstag hat die Landesregierung, wie die Dolomiten berichtet, eine generelle Absage für alle Weihnachtsmärkte beschlossen.

Südtirols Wirtschaftslandesrat Philipp Achammer begründete den harten Schritt damit, dass man zum Schutz des Bildungs-und Gesundheitswesens diese Gangart wählen muss, um Schlimmeres zu vermeiden. „Das Land muss Einschnitte machen und auf nicht Notwendiges verzichten“, so Achammer. Angesichts der am Mittwoch von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Verschärfung der Corona-Maßnahmen bei steigenden Inzidenzwerten schwebt über den heimischen Weihnachtsmärkten allerdings derzeit ein noch größeres Damoklesschwert. Die von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Forderung nach einer finanziellen Förderung von Heizpilzen für die lokale Gastronomie scheint für viele Budenbetreiber daher nur ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein.

Florian Ladurner

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