Corona-Partys Gemeinde-übergreifend organisiert

Weniger Straftaten von Jugendlichen im Würmtal und Landkreis Starnberg

Wenn gar nichts mehr hilft, machen auch Jugendliche mit der Haftanstalt Bekanntschaft. Aus dem Würmtal und dem Landkreis Starnberg musste jedoch keiner einrücken.Foto: Panthermedia
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Wenn gar nichts mehr hilft, machen auch Jugendliche mit der Haftanstalt Bekanntschaft. Aus dem Würmtal und dem Landkreis Starnberg musste jedoch keiner einrücken.

Starnberg/Gauting – Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Zahl der Straften von Jugendlichen im Landkreis Starnberg ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Vor dem Kreis-Jugendhilfeausschuss stellte Jens Wünnenberg von der Polizeiinspektion Gauting Zahlen und Delikte von 2019 vor.

Wie Polizeiobermeister Jens Wünnenberg vor dem neu konstituierten Jugendhilfeausschuss am Dienstag erklärte, kamen im vergangenen Jahr auf 100.000 Einwohner 3.645 Straftaten, davon gingen 22,1 Prozent auf das Konto von Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen. „Der Rückgang ist beachtlich“, betonte der Polizist, der seit vergangenem Jahr Jugendkontaktbeamte bei der PI Gauting ist. Die Aufklärungsquote habe sich mit 67,5 Prozent weiter verbessert. Der Anteil der bis 14-Jährigen liegt bei 2,1 Prozent, bei den Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren bei 9,8 und bei den 18 bis 21-Jährigen bei rund zehn Prozent. Meist sind die Täter männlich, lediglich ein Fünftel der Straftaten werden von Mädchen beziehungsweise jungen Frauen begangen. „Die Zahlen sind konstant“, erklärte Wünnenberg in diesem Zusammenhang. Bei den meisten Straftaten handelt es sich um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, gefolgt von den sogenannten Rohheitsdelikten, sprich Gewalttaten. Auch das Erschleichen von Leistungen taucht in der Polizei-Statistik auf. Jugendliche Intensivtäter – das sind Jugendliche, die mindestens fünf Straftaten innerhalb eines halben Jahres begangen haben – war bei der PI Gauting einer registriert. Auch bei den Germeringer Kollegen war es „nur“ einer. In Herrsching oder Starnberg wurde 2019 kein Intensivtäter geführt. Und auch mit einem weiteren Klischee räumte Holger Engelke, Leiter des Jugendamtes im Landratsamt auf: 80 Prozent der Straftaten werden von deutschen Jugendlichen begangen, 20 Prozent von Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln.

Wenig Personal für Präventionsarbeit

Präventionsarbeit versucht Wünnenberg neben seinem regulären Streifendienst zu leisten, was sich bisweilen schwierig gestaltet. Der Ausschuss bemängelte, dass die so wichtige Präventionsarbeit, bei der vor allem Konfliktbewältigung und Zivilcourage gefördert werden soll, nur in Gauting und nicht im gesamten Landkreis geleistet werde. Für dieses Jahr, das kündigte Wünnenberg bereits an, werde es wegen Corona überhaupt keinen präventiven Einsatz geben. Gewaltausbrüche wie in Stuttgart am vergangenen Wochenende kann sich der Polizist in Gauting nicht vorstellen: „Ich glaube nicht, dass unsere Jugendlichen auf diesen Zug aufspringen.“ Durch die Corona-Pandemie hat die Polizei festgestellt, dass sich nicht mehr nur Gruppen aus einem Ort verabreden, sondern Gemeinde-übergreifend Corona-Partys organisiert haben.

kb

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