"Wer aufgibt, der hat schon verloren"

Betroffenen Mut machen: Neurologe Christopher Siebold, Petra Seidel sowie Max Gerl von der Caritas und Klinikum-Chefarzt Professor Peter Trenkwalder (v.l.) begrüßten Bernd Huber (3.v.l.) als Leiter der Selbsthilfegruppe für Schlaganfallbetroffene. Foto: Jaksch

In der Region Starnberg erleiden jährlich rund 200 Menschen einen Schlaganfall (Sterblichkeitsrate liegt bei rund 20 Prozent). Er ist die häufigste Ursache einer bleibenden Behinderung im Erwachsenenalter. Mit den Folgen zu leben ist für die Betroffenen nicht einfach. Unter dem Motto „Sich selbst und anderen helfen“, gibt es seit fünf Jahren in der Gesundheitsakademie des Klinikums Starnberg eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfallbetroffene und ihre Angehörige. Nun wurde Bernd Huber als neuer Leiter vorgestellt.

Gegründet wurde die Selbsthilfegruppe vor fünf Jahren von Petra Seidl von der offenen Behindertenarbeit der Caritas. Fachlich unterstützt wird sie vom Chefarzt des Klinikums Starnberg, Professor Peter Trenkwalder. Er begrüßt es sehr, dass nun ein Betroffener die Gruppe leitet: „Es ist gut jemanden zu haben, der beide Seiten kennt“, so der Chefarzt. Er betonte die Wichtigkeit einer solchen Gruppe. Die Aufenthalte in Klinik und Reha-Einrichtungen würden immer kürzer und meist würden Fragen erst auftauchen, wenn die Patienten wieder zu Hause seien. In der Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die sich mit den Schwierigkeiten und Problemen nach einem Schlaganfall aus eigener Betroffenheit auskennen. Verständnis zu finden und sich gegenseitig Mut zu machen, sind Ziele der Gruppe. im Zentrum stehen das vertrauensvolle Gespräch und die gegenseitige Hilfe. Bei Bedarf werden Referenten aus Medizin, Pflege und Therapie eingeladen. Den Betroffenen anhand seiner eigenen Krankheitsgeschichte „Mut machen“ und zeigen, was man alles schaffen kann, ist der Grund, warum Bernd Huber die Leitung der Selbsthilfegruppe übernommen hat. „Wer aufgibt, der hat schon verloren“, lautet sein Motto. Er hatte selbst 2003 einen schweren Schlaganfall erlitten, konnte nicht mehr sprechen und laufen. „Ich weiß, was es heißt, in ein tiefes Loch zu fallen und wie ungeheuer schwierig es ist, da wieder heraus zu finden“, so Huber. Wer dann keine Hilfe bekomme, bleibe darin hängen und gebe sich auf. Das hat er nie getan. Sein Durchhaltevermögen und seine Hartnäckigkeit soll nun anderen Vorbild sein. „Ich will zeigen, dass auch noch nach Jahren immer Fortschritte möglich sind“, so Huber. Er selbst hat heute nur noch eine kleine Einschränkung an einer Hand. Für Petra Seidl ist Bernd Huber prädestiniert dafür, anderen ihre Angst und Unsicherheit zu nehmen. Die Selbsthilfegruppe für Schlaganfallbetroffene trifft sich einmal im Monat in der Gesundheitsakademie des Klinikums Starnberg an der Oßwaldstraße 1. Weitere Informationen gibt es bei Bernd Huber unter der Telefonnummer 08151/746590.

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