Wertvolles Nass aus Brunnen III

Wasser ist etwas so Alltägliches und Selbstverständliches, dass man sich darüber keine Gedanken macht. So lange jedenfalls, als der Wasserhahn das kostbare Nass ausspuckt und der Spülknopf an der Toilette erfolgreich gedrückt werden kann. Welch’ Aufwand jedoch hinter einer reibungslosen Trinkwasser-Versorgung steckt, veranschaulichte Thomas Jacobs von den Ammerseer Wasser- und Abwasserbetrieben (AWA) in Herrsching in der jüngsten Ratssitzung in Inning.

Anlass war die vorübergehende Schließung von Brunnen III in Schlagenhofen. Durch aggressive Ablagerungen an den technischen Einrichtungen, war es zu Problemen gekommen war, unter anderem war eine Unterwasserpumpe ausgefallen. Weshalb auch die Qualität des Wassers gelitten hat und Brunnen III im Oktober 2010 vorübergehend stillgelegt worden ist. Der hohe Mangan- und Eisengehalt im dortigen Trinkwasser wurde als  gesundheits- schädlich eingestuft und zerstörte außerdem regelmäßig die Förderpumpe. Schuld an dem Problem sei  Wasser, das aus einer Erdschicht in 40 bis 45 Metern Tiefe in das Förderrohr des 100 Meter tiefen Brunnens eindringt. Ein Abdichtungsversuch mit einem zweiten Rohr im Rohrinnern misslang. Deshalb wird der Ortsteil Schlagenhofen dank der vor Jahren gebauten örtlichen Ringleitung zum größten Teil mit Wasser aus den Inninger Brunnen II und III versorgt. Der Rest wird vom Zweckverband Großräumige Wasserversorgung des Landkreises Starnberg zugeführt. „Als wir unser Wasserwerk den Wasser- und Abwasserbetrieben der AWA überließen, dachten wir, wir würden hervorragendes Wasser übergeben“, sagte Werner Röslmair bedauernd in der Sitzung des Gemeinderats im April. Die Aussage des damaligen Ingenieursbüros habe sich als Irrtum herausgestellt. Der Gemeindechef kündigte bereits an, dass durch die notwendigen Maßnahmen schon bald der Wasserpreis von derzeit 1,09 Euro pro Kubikmeter erhöht werden muss. In der jüngsten Sitzung informierte Thomas Jacobs von der AWA über die geleisteten Maßnahmen. Die positive Nachricht: Nachdem ab Mitte April wieder alle Grenzwerte eingehalten wurden, kann Brunnen III vorerst wieder ans Netz gehen. Allerdings sei nicht gewährleistet, dass die ersetzten Rohre nicht schon bald wieder durch Ablagerungen zerstört werden und dass gegebenenfalls das geförderte Wasser künftig aufbereitet werden muss.

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