Nach langen Gesprächen zwischen Gemeinde und Deutsche Bahn

Weßlinger Bahnhof wird 2024 barrierefrei

Bahnhof Weßling
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Nach dem barrierefreien Umbau der Bahn soll die Bushaltestelle auf den aktuellen Marktplatz versetzt werden.

Weßling -  Jahr für Jahr hat sich der barrierefreie Ausbau des Weßlinger Bahnhofs nach hinten verschoben. Jetzt kommt Bewegung in die Sache: In einem Gespräch Ende November mit der Verwaltung kündigte die Deutsche Bahn (DB) den Spatenstich für Februar 2024 an. Noch müssen die Ideen der Bahn und vom Gemeinde aufeinander abgestimmt werden.

In der Entwurfsplanung der DB soll der Bahnsteig breiter werden, erklärte Bürgermeister Michael Sturm dem Bauausschuss in der jüngsten Sitzung. Und einige Meter länger bis ungefähr zum Ende des Marktplatzes in Richtung Nordosten, wo neben einer Treppe ein Lift Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwagen oder Reisende mit schwerem Gepäck in die sogenannte Halbunterführung bringt. Ausgerichtet auf die Hauptstraße würden die Passagiere über den Treppenaufgang direkt am Busbahnhof herauskommen. Die barrierefreie Rampe hingegen ist in den Plänen der Bahn so lange, dass sie erst kurz vor dem Maibaum endet. Das liegt daran, dass eine barrierefreie Rampe nicht steiler als sechs Prozent sein darf – und dazu malte Sturm mit der ihm eigenen Einleitung „Ich übertreibe jetzt“ das eindrucksvolle Bild eines Rollstuhlfahrers, der sich erst 70 Meter hochquält und beim Maibaum landet, um daraufhin wieder 70 Meter zurück zum Busparkplatz zu rollen.

Eine Lösung sah der Bürgermeister darin, dass der Busparkplatz nicht wie in der derzeitigen Planung vorgesehen beim ehemaligen Getränkemarkt unterkommt, sondern auf dem Marktplatz. Kein guter Vorschlag, fand Petra Slawisch (Grüne). „Wir wollen doch, dass die Busse nicht mehr durch die enge Bahnhofstraße kurven, sondern über die Hauptstraße ein- und ausfahren“, argumentierte sie dagegen. Sie sehe die Lösung in einer abknickenden Rampe. Damit gemeint ist ein Richtungswechsel in der Mitte der Rampe über eine Art Plateau.

Fakt ist, dass der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs sich unweigerlich auf die geplante Neugestaltung des Areals rund um den Bahnhof auswirkt. Der diesbezügliche Ideenwettbewerb vor einigen Jahren sah beispielsweise auf dem Marktplatz einen Drogeriemarkt vor. Bislang scheiterte die Umsetzung an der Einwilligung von Grundstücksbesitzern. Weil der Gemeindegrund nördlich vom Maibaum bis zum Tierladen reicht, könnte dort bereits geplant werden, sagte Slawisch. Eine diesbezügliche Idee in der Beschlussvorlage war der Abriss vom ehemaligen Getränkemarkt, in dem derzeit Gewerbetreibende ihr Lager haben. Während der Bauarbeiten der Bahn sollen dort die Markttreiber und der Blumenladen untergebracht werden. Einstimmig beauftragte das Gremium die Verwaltung, mit dem Preisträger des Ideenwettbewerbs und Starnbergs Verkehrsmanagerin Susanne Münster die Gestaltung vom Maibaum bis zum Lager zu prüfen, die anschließend im Ortsentwicklungsausschuss besprochen werden sollen.

 Michèle Kirner

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