Besserer Schutz

Weßlinger Gemeinderat beschließt Tempolimit auf der Grünsinker Straße

Weßling
+
Seit die Umgehungsstraße 2016 eröffnet worden ist, herrscht auf der Grünsinker Straße himmlische Ruhe. Meistens.

Weßling - Auf der Grünsinker Straße wird flaniert, geradelt, geskatet, geritten – und gerast, wie die Diskussion in der jüngsten Gemeinderatsitzung deutlich machte. Um die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen, beschloss das Gremium ein Tempolimit für die ehemalige Ortszufahrt. 

Die Sonnenstrahlen locken die Menschen aus ihren Häusern und auch auf Weßlings Grünsinker Straße. Dort begegnen sich Familien mit ihrem wuseligen Nachwuchs, Pärchen, die Hand in Hand in Richtung Golfplatz wandern, Gassigeher, Skater sowie Radler mit und ohne E-Antrieb – und Autofahrer. Oftmals, um auf dem Waldparkplatz zu parken, und zu Fuß die umliegende Natur zu erkunden. Immer wieder und besonders in den reiseeingeschränkten Pandemiezeiten rasten verirrte Autofahrer gerne auch mal mit - den nach dem letzten Wohnhaus erlaubten - 100 Sachen auf den Fuß- und Radweg zu, beschrieb Bürgermeister Michael Sturm den Gemeinderäten im Pfarrstadel die Situation. Ab dort endet die ehemalige Verbindung zwischen der A96 und dem Ort abrupt und geht in einen besagten Spazierweg über. Nur dass sich das offensichtlich auch nach mehr als vier Jahren noch nicht bei allen Navigationsgeräten herumgesprochen hat. In ihrer Verzweiflung ignorieren einige Fehlgeleitete sogar das Fahrverbot und versuchen sich über die schmale Straße zum Wunschziel durchzuschlagen. An der Schranke müssen sie ihr Projekt endgültig aufgeben und umkehren.

Zumindest der Raserei hat das Gremium mit einer 60er-Beschränkung vom Ortsende bis zum Waldrand Einhalt geboten. Ab dort beantragten die Räte Tempo 30 und argumentierten das mit der unübersichtlichen Kuppe, den Radfahrern und Fußgängern. Lieber hätten die Ratsmitglieder flächendeckend ein 50er- oder noch besser ein 30er-Limit durchgesetzt. Leider Wunschträume: Die verantwortlichen Behörden wie etwa die Polizei hätten erklärt, dass 30 außerorts nicht genehmigungsfähig sei, bedauerte Sturm. Ob die Behörden die beantragten 30 absegneten, bliebe abzuwarten, so Sturm auf Rückfrage. Birka Camerer (Grüne) sah auch in der Geschwindigkeit von 60 km/h ein hohes Gefahrenpotential. Diesbezüglich verwies sie auf das Fahrzeug, das vor ein paar Wochen ins Schleudern geraten ist. „Das hatte andere Gründe und wäre mit ziemlicher Sicherheit auch mit 30 passiert“, betonte Sturm in Anbetracht der jungen Fahrer, deren Auto sich zu später Stunde überschlagen hat und die sich daraufhin klammheimlich vom Acker gemacht haben. 

Des Weiteren sollen Hinweisschilder fortan besser auf die Sackgasse aufmerksam machen, entschied die Ratsrunde weiter. Ab Hausnummer 11 wird ein „Verbot für Kraftfahrzeuge“ und „Bis zur Kapelle frei“ angebracht. Am Fuß- und Radweg ersetzen die bestehenden Hinweisschilder durch „Verbot für Kraftfahrzeuge“ und „Anlieger mit Schrankenschlüssel frei“ die Hinweise „Gemeinsamer Geh- und Radweg“ und „Durchfahrt nur mit Genehmigung“. Der Beschluss fiel einstimmig.

Michèle Kirner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Starnberger Landratsamt und Gemeinden sperren öffentliche Stege
Starnberger Landratsamt und Gemeinden sperren öffentliche Stege
Corona im Landkreis Starnberg: Datenpanne beim RKI - 7-Tages-Inzidenz steigt von 30 auf über 50
Corona im Landkreis Starnberg: Datenpanne beim RKI - 7-Tages-Inzidenz steigt von 30 auf über 50
Vermisstensuche in Gauting: 87-Jähriger wohlauf
Vermisstensuche in Gauting: 87-Jähriger wohlauf
Schönes Wetter: Stege an Starnberger- und Ammersee werden gesperrt, Zahl der Infizierten im Landkreis steigt auf 375
Schönes Wetter: Stege an Starnberger- und Ammersee werden gesperrt, Zahl der Infizierten im Landkreis steigt auf 375

Kommentare