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Jeder soll einen Steg pachten dürfen

Weßlinger Gemeinderat möchte Nutzung seiner Liegenschaften am See neu regeln

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Die Stege und Badehütten am Weßlinger See sind teilweise seit mehreren Generationen in gleicher Hand.

Weßling – So manch ein Weßlinger träumt davon, sich vor der eigenen Badehütte auf dem Steg am Weßlinger See die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Diese befinden sich jedoch teilweise seit mehreren Generationen in gleicher Hand. Der Gemeinderat wollte das in seiner jüngsten Sitzung ändern und allen Weßlingern die Möglichkeit einräumen, einen Steg, eine Boots- oder Badehütte zu pachten. Einstimmig beauftragte das Gremium die Verwaltung damit, „einen Fahrplan zu erstellen mit dem Ziel, von den alten auf neue, möglichst einheitliche Pachtverträge umzusteigen“.

Die Idee dazu kam vom Rechnungsprüfungsausschuss, der sich im Zuge seiner Beratungen über die Jahresrechnung 2017 mit den Pachtverträgen am Weßlinger See beschäftigt hatte. Man habe auch heuer Sachthemen aufgegriffen und Empfehlungen ausgesprochen, erklärte Ausschussmitglied Günther Schöpp (CSU/BG). Seit 1968 ist die Gemeinde Eigentümerin des Sees und damit für die Verpachtung der rund zehn Bade- und Bootshütten und der etwa doppelt so vielen Stege zuständig. Diese gehören allerdings den Besitzern, die sie folglich auch instandhalten müssen. „Die Gemeinde vergibt nur das Recht, eine Badehütte am See zu haben“, sagt Bürgermeister Michael Muther. Dafür falle für eine Hütte eine jährliche Pacht von rund 500 Euro und für einen Steg von zirka 100 Euro an. Ein Gebührenvergleich mit dem Ammersee: „Für private Stege beträgt das jährliche Nutzungsentgelt derzeit 10,37 Euro je Quadratmeter Fläche. Boots- und Badehütten werden nach ihrer Grundfläche bemessen: Bis 60 Quadratmeter werden 14,94 Euro je Quadratmeter Fläche erhoben. Ab 61 Quadratmeter dann 3,43 Euro für jeden weiteren Quadratmeter Fläche“, erklärte Pressesprecherin Cordula Mauß der bayerischen staatlichen Schlösser, Gärten und Seen im Sommer 2018. Ein zehn Quadratmeter großer Steg in den Ammersee hinein kostet somit jährlich rund 100 Euro, eine 60 Quadratmeter große Hütte kommt auf 900 Euro.

Öffentliche Ausschreibung samt Preiserhöhung empfohlen

Die Rechnungsprüfer empfehlen eine öffentliche Ausschreibung der Anlagen und eine Preiserhöhung. Darüber hinaus soll die Verwaltung Kriterien zur Vergabe der Stege und Hütten definieren und einen Lageplan erstellen, aus dem hervorgeht, wo welche Objekte mit welchem Recht liegen. Geprüft werden soll unter anderem, ob die Vertragslaufzeit beschränkt werden kann und auf diese Weise jeder einmal die Chance auf ein befristetes Hüttenglück am See bekommt. Muther zeigte sich nach dem einstimmigen Votum nachdenklich. „Dass jeder sich bewerben kann, wird meiner Meinung nach nicht funktionieren“, sagte er. Die Verträge seien langfristig ausgelegt. Teilweise seien die Vertragspartner bereits verstorben und die nächste Generation habe das Nutzungsrecht übernommen. Auch eine Pachterhöhung sieht er kritisch: „Teilweise sind das Fischerstege“, sagte Muther. Da gebe es andere Verträge als bei Privatleuten. In allen Fällen tummelten sich auf den frei zugänglichen Holzkonstruktionen auch Badegäste, Spaziergänger oder feiernde Jugendliche. „Die Besitzer müssen den Steg warten und dafür bezahlen, dass jeder andere auch darauf kann“, gab Muther zu bedenken.

mk

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