Westumfahrung Gilching

Bürgerinitiative siegt, Ratsbegehren scheitert am Quorum

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Auszählen: Bürgermeister Manfred Walter (r.) und die Wahlhelfer sortieren die Stimmzettel – wenig später stand das Ergebnis fest: Die BI gewinnt mit 291 Stimmen Vorsprung.

Gilching – Bis zuletzt war der Bürgerentscheid zur Westumgehung in Gilching eine Zitterpartie. Zünglein an der Waage waren letztendlich 1.331 Briefwähler, die sich mehrheitlich für das Bürgerbegehren und gegen das Ratsbegehren ausgesprochen hatten.

Damit ist der Bau der Westumgehung für viele Jahre auf Eis gelegt. Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag bei 37 Prozent. Es war kein Geheimnis, dass es den Initiatoren des Bürgerbegehrens weniger um sichere Rad- und Fußwege als vielmehr um die grundsätzliche Verhinderung der seit über 30 Jahren geplanten Entlastungsstraße ging. Was zumindest der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club), federführend für das Bürgerbegehren verantwortlich, am Montag in einem Rundmail einräumte. „Liebe Radlinteressierte, beim Bürgerentscheid Westumfahrung Gilching mit sicheren Rad- und Fußwegen fand das vom ADFC initiierte Bürgerbegehren eine Mehrheit. Damit haben die Bürgerinnen und Bürger, wie zuvor in Inning, dem fessellosen Kfz-Straßenbau eine Absage erteilt“, schreibt Gerhard Hippmann vom ADFC. „Es war den Bürgern wirklich schwer zu vermitteln, dass sie bei einem Votum für das Bürgerbegehren gleichzeitig einer mehrjährigen Verzögerung für die Westumgehung in Kauf nehmen. Bei der von der BI vorgegebenen Fragestellung haben viele Bürger gedacht, sie stimmen lediglich über sichere Rad- und Fußwege ab. Das war halt leider nicht der Fall“, erklärte Bürgermeister Manfred Walter noch am Wahlabend. In der nächsten Ratssitzung werde Walter nun einen Antrag auf Umplanung der Trassenführung stellen. Durch die drei von der BI zusätzlich geforderten Radwege sei zumindest am Röchner-Knoten eine Verschwenkung der geplanten Trasse notwendig. „Wir werden, damit Platz für den Radweg ist, näher an St. Gilgen heran rücken müssen. Was mit Sicherheit bei den betroffenen Anwohnern zu Widerstand führen wird“, ist sich Walter schon heute sicher. Stimmt der Gemeinderat der Umplanung zu, muss erneut ein Antrag bei der Regierung von Oberbayern auf eine Tektur des Planfeststellungsverfahrens gestellt werden. Danach gehe alles seinen üblichen Weg wie die Beauftragung der Planer, der notwendige zusätzliche Grunderwerb, die Anhörung der betroffenen Anlieger, eventuelle Rechtsstreitigkeiten und der öffentliche Erörterungstermin. Walter: „Ein Verfahren, das bis zu sechs Jahre in Anspruch nehmen kann. Unabhängig davon, dass die Umplanung erneut hohe Kosten verursachen wird.“ Das Ergebnis nach Auszählung der neun Stimmbezirke im Gemeindegebiet: 3.015 Stimmen pro Bürgerbegehren und 2.724 Stimmen pro Ratsbegehren. Im Ratsbegehren, vom Gemeinderat verabschiedet, wurde eine zeitnahe Umsetzung der Westumgehung gefordert. Am Rande erwähnt: Die Bekanntgabe des Gesamtergebnisses verzögerte sich am Sonntagabend um gut eine Stunde, weil die Wahlhelfer bei der Auszählung der Briefwähler einen Fehler gemacht hatten und deshalb das Prozedere wiederholt werden musste. pop

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