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Wie geht es der Gastronomie im Landkreis Starnberg?

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Von: Petra Straub

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Roland und Ursula Hartmann vom Bräustüberl in Seefeld hoffen, dass das Geschäft in der Gastronomie wieder anzieht. Foto: privatl
Roland und Ursula Hartmann vom Bräustüberl in Seefeld hoffen, dass das Geschäft in der Gastronomie wieder anzieht. © privat

Gilching/Seefeld – Die Sperrstunde um 22 Uhr ist Anfang des Monats gefallen. Seit Donnerstag gibt es in Bayern keine Kontaktbeschränkungen mehr für Geimpfte und Genesene und erhalten auch Ungeimpfte mit negativem Test häufiger Zugang, etwa zu Sport- und Kulturveranstaltungen. Schlagen sich die Neuregelungen bereits auf die heimische Gastronomie nieder? Der Kreisbote Starnberg hat nachgefragt.

Im Zusammenhang mit dem am Sonntag beginnenden Kulturprogramm auf Schloss Seefeld ist es für Ursula Hartmann vom Bräustüberl im Schloss Seefeld „zwingend notwendig“, dass die Gäste länger als 22 Uhr bleiben dürfen. Nur so könnten die Gäste die Konzerte und Kabarettveranstaltungen besuchen und danach noch ein bisschen sitzen bleiben. Dass nun auch die Testpflicht für geimpfte oder genesene Gäste von Gastronomiebetrieben wegfällt, empfindet sie als „sehr hilfreich“ und angesichts der aktuellen Situation der Pandemie mit sinkenden Infektionszahlen auch angemessen. „Der Hotel- und Gaststättenverband hat lange genug dafür gekämpft“, erklärt die Gastronomin, die nach Lockdown und Kurzarbeit „vorsichtig optimistisch“ in die Zukunft blickt. Das Geschäft sei in den vergangenen Wochen wieder gut angelaufen.

Zahlreiche Anfragen für Feiern bei Betrieben in Gilching und Seefeld

Seitens von Brautpaaren sei die Nachfrage sogar massiv. Das liege daran, dass das Bräustüberl eine Hochzeitslocation sei und die Eheleute für die Vorbereitung ihrer Feiern etwa ein halbes Jahr Vorlaufzeit brauchen. Viele holen ihre Feiern nach, die sie nun schon mehrmals verschoben haben, erklärt Ursula Hartmann. Aber sie berichtet auch von einem Paar, das mittlerweile zwei Kinder hat und die Feier nun ausfallen lässt. Nicht ganz so optimistisch wie seine Kollegin in Seefeld ist der Gastronom Walter Hussar vom Schützenhaus in Gilching. Denn sein Hotelbetrieb lebt von den Geschäftspartnern der großen umliegenden Betriebe, die bei ihm übernachten. Durch die Homeoffice-Pflicht sei dieser Geschäftszweig größtenteils weggebrochen, bedauert er.

Der Preiskampf ist groß bei den Übernachtungen

Erschwerend hinzu kommt für den Gastgeber, dass er für die Übernachtung gerade wesentlich weniger Geld von den Firmen bekommt. Vor der Pandemie habe ein Unternehmen beispielsweise für die Unterbringung von Gästen aus England – Flugzeugbauer und Flugzeugtechniker, wie er sagt – 60 Euro für ein Zimmer mit Frühstück bezahlt. „Heute sind wir bei 35 Euro.“ Sein Betrieb leide sehr unter den „wahnsinnigen Nachlässen“ seiner Mitbewerber. Auch in seinem Restaurant könnte es besser laufen. „Abends könnten wir eigentlich zu lassen“, klagt der Gastronom.

Hoffnung auf ein Ende der Homeoffice-Pflicht

Die Aufhebung der Sperrstunde hat keine Besserung gebracht. Bis heute läuft der Mitnahmeverkauf sonntags besser als der Restaurantbetrieb. „Solange die Einschränkungen so bleiben, sehe ich keine Besserung. Im Frühjahr könnte es was werden.“ Hussars Hoffnung ist verknüpft mit der Aufhebung der Homeoffice-Pflicht. Wenn Mitarbeiter wieder in den Betrieben arbeiten, könnte das Auswirkungen auf seinen Umsatz haben, bei den Übernachtungen und beim Mittagstisch.

Viele Einschränkungen im Gaststättenbetrieb fallen. Darüber freuen sich auch die Wirtsleute des Bräustüberls in Seefeld.
Viele Einschränkungen im Gaststättenbetrieb fallen. Darüber freuen sich auch die Wirtsleute des Bräustüberls in Seefeld. © privat

Durch die beschlossenen Lockerungen hofft er nun auch auf die Belebung des Abendgeschäfts durch Vereinsversammlungen. Anfragen für Hochzeiten, Junggesellenabschiede und Geburtstagsfeiern erhielt er bereits – alle jedoch unter Vorbehalt.

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