Fünf Seen Filmfestival feierte Eröffnung

Wiener Schmäh verzaubert das Publikum beim Auftakt des Fünf Seen Filmfestivals

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Charmante Gäste, die Galanterie und Wiener Schmäh versprühten: Schauspielerin Julia Roy und Regisseur Peter Payer. Beide stellten im Rahmen der FSFF-Eröffnungsfeier ihren Film "Glück gehabt" vor.

Starnberg "Glück gehabt". Unter diesem Motto stand die Eröffnungsfeier des 14. Fünf Seen Filmfestivals (FSFF). Veranstalter Matthias Helwig und sein Team hatten nicht nur Glück mit dem Wetter, sondern haben mit dem österreichischen Auftaktfilm auch ein äußerst glückliches Händchen bewiesen. 

Regisseur Peter Payer und die Schauspielerin Julia Roy hatten bei der Vorstellung ihres Films "Glück gehabt" die Lacher auf ihrer Seite. Auf die Frage, was denn der größte Unterschied zwischen französischen und österreichischen Produktionen sei, antwortete Roy, dass an französischen Filmsets definitiv mehr getrunken werde. In Österreich sei dies verboten. Payer erklärte die Differenz mit charmanten Wiener Schmäh demgemäß, dass ein Wiener eine geöffnete Flasche aus Höflichkeit nicht wieder verschließen könne. Dies führe, so Payer, dazu, dass man Alkohol bei den Dreharbeiten verbieten müsse. 

Insgesamt präsentierten sich Payer und Roy als äußerst galante, freundliche und sympathische Gäste, welche die Eröffnung des 14. Fünf Seen Filmfestivals mit ihrer Anwesenheit sehr bereicherten. 

Die Open-Air Gala erwies sich als gelungener Schachzug, welchen Festivalleiter Helwig aufgrund der Corona-Pandemie wählen musste, um die Existenz des FSFF nicht zu gefährden. "Ich war auf vielen Eröffnungsfeiern, habe mich aber selten so wohlgefühlt wie hier", betonte Payer. 

Ein Highlight war auch der äußerst gut gelaunte Auftritt von Komponistenlegende Klaus Doldinger, der sichtlich Spaß hatte bei der Eröffnungsfeier im Starnberger Seebad dabei zu sein. Mit Frau Inge und Saxofon im Gepäck posierte Doldinger für Fotografen und Besucher und brachte mit seinen spontanen Musikeinlagen ordentlich Schwung in die Veranstaltung. 

Die lokale Politprominenz gab sich hingegen etwas zurückhaltender. Landrat Frey schickte seinen Stellvertreter Matthias Vilsmayer. Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik nahm an der Eröffnungsfeier teil, hielt aber selber keine Rede. Die Grußworte überbrachte dafür die bayerische Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach via Videobotschaft.  

Der neutrale Beobachter konnte fast den Eindruck gewinnen, dass sich die versammelten Künstlerinnen und Künstler fast mehr über den Abend freuten, als die Politiker. Angesichts der Diskussion über Besucherobergrenzen für Veranstaltungen und mögliche Folgen bei einer Erhöhung der Corona-Infektionszahlen allerdings nicht weiter verwunderlich. 

Die geschundene Künstlerseele genoss den Abend in vollen Zügen. Das merkte man vor allem Peter Payer an, der im Rahmen der Präsentation seines Filmes deutlich anmerkte, wie schön es denn sei hier in Starnberg bei der Eröffnung des Filmfestivals zu sein. Ebenso sah man Matthias Helwig bei seiner Begrüßungsrede sprichwörtlich einen Stein vom Herzen fallen. 

Dass das Filmfestival kein Selbstläufer ist und vor allem auch vom Idealismus und der Einsatzbereitschaft des Organisationsteams getragen wird, mahnte Helwig am Ende seiner Rede an. In Richtung Politik und Wirtschaftsvertreter wies er auch darauf hin, die gegebenen Möglichkeiten vor Ort besser für die regionale Vermarktung zu nutzen. Eine bessere Werbung als den See und den phänomenalen Bergblick gibt es eigentlich nicht, "das kapieren sie sogar in Sylt!, so Helwig. 

Am morgigen Freitag, 28. August, kommt dann ein echter deutscher Filmstar in die Kreisstadt. Lars Eidinger wird auf dem FSFF seinen neuen Film Persischstunden vorstellen. 

Mehr Infos hierzu gibt es auf fsff.de.

Von Florian Ladurner

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