Wildschweinproblematik

Zahlreiche Landwirte und Jäger beim zweiten Seminar

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Gilching – Um der zunehmenden Wildschwein-Population Herr zu werden, braucht es ein ausgeklügeltes System.

Zu diesem Ergebnis kamen die rund 80 Teilnehmer des zweiten Wildschweinseminars im Oberen Wirt in Gilching. Dazu eingeladen hatte Georg Zankl, Kreisobmann der Starnberger Bauern. Noch werde das Problem unterschätzt, erklärte Wildbiologin und Jägerin Christine Miller. Die Fachfrau aus Rottach-Egern mahnte eine engere Zusammenarbeit aller Betroffenen an. Dazu gehören Landwirte, deren Felder verwüstet werden sowie Jäger, die für die Flurschäden aufkommen müssen. „Durch den Klimawandel sind unsere Wintermonate relativ warm. Dies begünstigt den enormen Zuwachs“, sagte Miller. Ihrer Meinung nach seien Revierübergreifende so genannte Drückerjagden die einzige sinnvolle Methode, um das Schwarzwild zu reduzieren. „Dazu aber müssen sich Jäger und Jagdgenossenschaften, die vorwiegend aus Grundbesitzern bestehen, an einem Tisch zusammensetzen und eine gemeinsame Strategie entwickeln.“ Zudem mache die Gründung eines Schadensfonds Sinn. „Bisher sind die jeweiligen Jäger alleine für Schäden verantwortlich, die innerhalb ihres Jagdreviers passieren. Gibt es einen Schadensfond, zahlen alle in einen Topf ein und bestreiten daraus gemeinsam die entstandenen Flurschäden.“ In anderen Regionen sei dies bereits üblich, nur in Bayern nicht, bedauerte Miller. Ein weiterer wichtiger Schritt sei die Unterstützung der Unteren Jagdbehörde durch hauptamtliche Profis mit praktischen Erfahrungen. „In der Schweiz ist man da schon viel weiter und hat rechtzeitig eine Fachbehörde eingerichtet.“ Des Weiteren empfiehlt Miller sowohl den Jägern wie auch dem Bauernverband, mehr noch als bisher, politischen Druck auszuüben. „Dies muss aber durch den Bauernverband angeschoben werden. Alleine schaffen es die Jäger nicht.“ Weitere Referenten des fünfstündigen Seminars, an dem überwiegend Jäger aber auch viele Landwirte teilnahmen, waren der Schweißhundführer Michael Scheunert aus Pöcking, der über die Drückerjagden im Landkreis berichtete, und Ludwig Fesenmeier, stellvertretender Jagdberater im Landratsamt Starnberg. Positives Resümee zog Gastgeber Georg Zankl. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Wir müssen einfach viel mehr miteinander reden. Im nächsten Jahr hoffe ich, dass wir bereits ein paar der gemachten Vorschläge umgesetzt haben“, sagte Zankl. pop

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