Rat will Geld einsparen

Herrsching – Auf fünf Standorte verteilt werden rund um die Park and Ride-Anlage am Herrschinger Bahnhof die Fahrrad-Stellplätze eingerichtet. Stirnrunzeln bereitet den Gemeinderäten allerdings die Kostenentwicklung. Denn die ehemals 220.500 Euro für eine zentrale Bike and Ride-Anlage haben sich auf 543.478 Euro mehr als nur verdoppelt. Um bei der Beantragung der Fördermittel aber nicht zu viel Zeit zu verlieren, verabschiedete das Gremium am Montagabend die Entwürfe von Architektin Claudia Schreiber – mit dem Ziel, 150.000 Euro einzusparen.

Bürgermeister Christian Schiller erklärte die Kostensteigerung so: „Wir dürfen nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen“, die ursprüngliche Summe von 220.500 bezögen sich auf eine B+R-Anlage am Bahnhof. Mit dem Wunsch aus der Bevölkerung, die Radlstellplätze zu dezentralisieren und auf fünf Standorte zu verteilen, würde sich eben auch der Preis erhöhen. Wie Architektin Schreiber ergänzte, müsse sie nun an fünf verschiedenen Stellen Fundamente schaffen, Überdachungen aufstellen, für die Entwässerung sorgen und Pflanzungen vornehmen. Abstriche kann sich Schreiber lediglich bei der Ausstattung vorstellen: „Es bleibt freilich die Frage, ob wir ein Glasdach draufsetzen oder es bei einem Blechdach belassen wollen.“ Sie empfiehlt allerdings, die vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) aufgestellten Mindeststandards einzuhalten, auch in Hinblick auf die Fördermöglichkeiten. Und so werden rund um den Bahnhof (zwei Mal direkt am Bahnhof selbst, einer im Bereich der P+R-Anlage sowie zwei Mal rückwärtig wie an der Stürmerstraße) zwischen 40 und 96 Radlständer im Hoch-Tief-Wechsel mit einem Abstand von 50 Zentimeter zum nächsten Fahrrad eingerichtet. Sparparpotential sieht Claudia Schreiber hautsächlich bei der Dachgestaltung und zeigte dem Gemeinderat verschiedene Varianten anderer Kommunen. Immerhin käme man dann um 150.000 auf 397.000 Euro herunter, rechnete sie vor. Die Frage nach Art der Überdachung wird der Gemeinderat aber erst zu einem späteren Zeitpunkt klären. Wie zuvor schon Claudia Schreiber, warnte auch Christiane Gruber (BGH/FW) vor einem allzu großen Abspecken: „Wir sollten keine Stellplätze erster und zweiter Klasse schaffen.“ Alle fünf Standorte sollten daher überdacht und so freundlich und übersichtlich wie möglich gestaltet sein. „Sie werden sonst nicht angenommen.“ Rathaus-Vize Hans-Jürgen Böckelmann (Grüne) sprach sich für eine „transparente Überdachung mit Glas“ auch aus Sicherheitsgründen aus. Und Robert Brack (CSU) warnte davor, den Rotstift auf Kosten der Qualität anzusetzen: „Die Radlständer, die wir dort heute haben, sind vor 30 Jahren aufgestellt worden.“ Deshalb gelte für ihn, auch mit Blick für ein attraktiveres Bahnhofsumfeld, auf Beständigkeit zu achten. In ihren Beschluss packten die Gemeinderäte neben der Ausführung nach ADFC-Standard eine Überdachung aus Glas (statt Blech) hinein. Offen blieb Frage nach einer Beleuchtung. Und auch über eine Bleibe für Mofas und Motorräder wird sich das Gremium noch beraten müssen. SPD-Gemeinderat Wolfgang Schneider gab zu bedenken, dass nicht alle mit dem Fahrrad zum Bahnhof kämen. Und für die, die dennoch von weiter weg sich aufs Radl setzen, für die sollte es nach Wunsch von Anke Strobl (BGH/FW) so genannte Fahrradboxen geben, in die sie ihre Regensachen einsperren können.

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