"Wir beschränken uns freiwillig"

Mit der Einführung einer flexiblen Milchmengensteuerung hofft die Liefergemeinschaft der Andechser Molkerei Scheitz auf eine Stabilisierung des Milchpreises. Bei einem Besuch der Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wurde vergangenen Freitag das Pilot-Projekt vorgestellt.

Dass es seitens des Gesetzgebers zu einer europaweiten Quotenregelung der Milchliefermengen kommen wird, scheint unwahrscheinlich. Darin waren sich die CSU-Politikerin, Molkerei-Geschäftsführerin Barbara Scheitz und die Biomilch-Bauern einig. Doch je mehr Milch auf den Markt kommt, desto tiefer sinkt der Milchpreis. Dagegen steuern nun insbesondere die 470 Bio-Milchbauern der Liefergemeinschaft Scheitz mit einem neuen Modell. „Wir beschränken uns freiwillig und passen unsere Liefermengen dem Bedarf an“, erklärte Milchbauer Toni Daxenberger. Außerdem stellte er fest: „Unser Optimismus ist groß, dass das Hin- und Herschieben des Milchpreises endlich aufhört. Wir müssen selbst aktiv werden, denn die Politik schafft es nicht.“ Daxenberger hofft nun, dass das Pilot-Projekt Schule macht und andere Milchliefergemeinschaften nachziehen. „Auch bei uns war anfangs der Widerstand groß. Nun ist aber nichts mehr zu hören.“ Über ein Jahr soll das Modell getestet und dann Resümee gezogen werden. Aigner zeigte sich begeistert von der Eigeninitiative. „Für diese Idee habe ich große Sympathien. Eine Einigkeit der Milchbauern mit den Molkereien ist die einzige Möglichkeit gegen die Dumpingpreise. Ich werde sie voll unterstützen“, versprach die Ministerin.

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