"Wir haben es nicht geschafft"

Nun ist es Fakt. Die Mitglieder des Fördervereins Südbayerisches Schifffahrtsmuseum mit Sitz in Starnberg haben die Auflösung beschlossen. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen wertvolle Exponate verkauft beziehungsweise verschrottet werden.

Rund 25 von 200 Mitgliedern waren in den Seehof in Herrsching gekommen, um über den Fortbestand beziehungsweise die Auflösung des vor 30 Jahren ins Leben gerufenen Vereins zu beschließen. Von 1980 bis 2000 hatte Nikolaus Gröber den Vorsitz. Ihn löste vor zehn Jahren seine Tochter Liselotte Gigl ab. Das Ziel blieb immer das gleiche: an einem der Seen im Fünfseenland ein Museum zu bauen, um die Geschichte der bayerischen Seenschifffahrt für nachfolgende Generationen aufzubewahren. Dazu wurden unter anderem viele Exponate gesammelt und in diversen Stadeln zwischen gelagert. 20 Jahre wurde dem Verein Hoffnung gemacht, an einem der Grundstücke am Starnberger See eine Heimat zu finden. Als der Traum platzte, konzentrierte sich das Interesse auf Stegen. Ein Grundstück bei der Werft der Seenschifffahrt wurde von den jeweiligen Finanzministern Kurt Faltlhauser und Nachfolger Georg Fahrenschon mehrmals und auch schriftlich in Aussicht gestellt. Vorausgesetzt, die Finanzierung ist gesichert. „Da aber liegt das Problem“, erklärte Innings Bürgermeister Werner Röslmair. Denn ohne Grundbucheintrag gibt es keine Finanzierung und ohne Finanzierungssicherheit keinen Grundbucheintrag „Meine Gemeinde ist leider in Misskredit geraten. Aber zu Unrecht“, sagte Röslmaier. Wie berichtet, hatte es der Gemeinderat abgelehnt, die Trägerschaft und damit die Sorge der Finanzierung für das geplante Schifffahrts-Museum zu übernehmen. Unter anderem auch deshalb, weil finanzielle Zusagen weiterer Anliegergemeinden und angrenzender Landkreise fehlten und „das finanzielle Risiko für unser kleines Inning viel zu hoch wäre“. Bei 4,1 Millionen Euro geschätzte Baukosten und rund 200.000 Euro jährliche Unterhaltskosten kämen bei positiver Prognose, heißt, dass 20 kommunale Einrichtungen mitmachen, rund 120.000 Euro Bau- und Einrichtungskosten und für den Erhalt und jährlich 10.000 Euro auf die Gemeinde Inning zu. Laut Röslmair waren außerdem „beim Behörden- und Beteiligtenscoping im Frühjahr“ alle Beteiligten gegen ein Museum, auch weil die anwesenden Vertreter der Staatlichen Schifffahrt und der Seen- und Schlösserverwaltung gegen ein zur Verfügung stellen eines Grundstückes, weder gegen Kosten, noch kostenlos, votierten. Verständnis zeigte Röslmair für die „Leidensgeschichte“ der ersten Vorsitzenden. Er regte deshalb an, den Verein nicht aufzulösen, sondern mit veränderten Zielen weiter am Leben zu halten. Ein Vorschlag, der zwar innerhalb der Mitglieder diskutiert jedoch mangels Bereitschaft, ein Vorstandsamt zu übernehmen, schnell wieder verworfen wurde. „Es tut mir leid, wir haben es nicht geschafft. Jetzt versuchen wir, es würdevoll zu Ende zu bringen.“ Die alte Vorstandschaft wurde von der Versammlung einstimmig zu Liquidatoren ernannt. Gigl hofft nun, den Verein innerhalb von drei Jahren ordnungsgemäß aufzulösen. Sollte von dem rund 34.000 Euro Vermögen etwas übrig bleiben, geht das Geld an den Förderverein Technisches Hilfswerk Starnberg.

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