IHK-Konjunkturumfrage

Wirtschaft auf Erholungskurs: Vom Lockdown betroffene Branchen warten weiter auf Besserung 

Die Gastro-und Tourismusbranche hofft die Krise endlich hinter sich lassen zu können.
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Die Gastro-und Tourismusbranche hofft die Krise endlich hinter sich lassen zu können.

Region - Trotz monatelangem Lockdown hat sich die Stimmung bei den Unternehmen in der Region München spürbar verbessert. Die Wirtschaft kehrt zu ihrem Erholungskurs zurück, wie die IHK für München und Oberbayern nach ihrer traditionellen Konjunkturumfrage mitteilt. Der Konjunkturindex stieg im Frühjahr von 95 auf 112 Punkte an. Damit erreicht der Indikator, der sich aus Lageurteilen und Erwartungen der Unternehmen zusammensetzt, annähernd das Niveau wie vor Beginn der Corona-Pandemie. 

Die Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage sichtbar zufriedener als noch zu Jahresbeginn. 36 Prozent bewerten ihre Geschäftslage als gut, 23 Prozent sind unzufrieden und 41 Prozent stufen ihre Lage als befriedigend ein. Diese Ergebnisse spiegeln eine zweigeteilte Wirtschaft wider. Die Spaltung dürfte – wie in Bayern insgesamt – maßgeblich auf die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zurückzuführen sein. So geht die Erholung an Branchen, die von den Corona-Beschränkungen betroffen sind, bislang weitgehend vorbei. Dazu zählen etwa der stationäre Einzelhandel, die Tourismusbranche, die Kultur- und Kreativwirtschaft, das Veranstaltungsgewerbe oder die personenbezogenen Dienstleistungen. In der exportstarken Industrie und in Unternehmen, die eng mit der Industrie verbunden sind oder deren Geschäfte ohne persönlichen Kundenkontakt auskommen, hat sich die Lage dagegen deutlich verbessert. 

Noch positiver als die aktuelle Lagebeurteilung fällt der Blick nach vorne aus: 28 Prozent der Unternehmen in der Region München rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte, 17 Prozent mit einer Verschlechterung. Neben weiterhin guten Exportaussichten geht die IHK davon aus, dass vor allem der Fortschritt bei den Impfungen und die damit verbundene Hoffnung auf ein Ende der Corona-Beschränkungen den Optimismus entfacht haben. 

Die Unternehmen nennen jedoch eine Reihe von Risiken, die diese guten Aussichten gefährden könnten. Neben der Corona-Pandemie wird zunehmend auf steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie auf Lieferschwierigkeiten verwiesen. Zudem sehen rund vier von zehn Unternehmen im Mangel und Wettbewerb um Fachkräfte die Sorge, dass dadurch die Geschäftstätigkeit beeinträchtigt werden könnte.  

Für den Arbeitsmarkt zeichnet sich insgesamt eine Stabilisierung ab: Jedes fünfte Unternehmen will zusätzliche Stellen schaffen – dieser Anteil entspricht dem Vor Corona-Niveau. Ebenso viele planen einen Stellenabbau. Erstmals seit einem Jahr ist die Bilanz wieder fast ausgeglichen. Das Vertrauen in die Erholung spiegelt sich zudem in den Investitionsplänen der Unternehmen wider: 20 Prozent möchten ihre Investitionen ausweiten. Auch dieser Wert entspricht dem Wert von Anfang 2020. 

Kreisbote

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