Wirtschaftsförderin erhält viel Lob

Seit zwei Jahren gibt es die Stelle der Wirtschaftsförderin in der Gemeinde Planegg, die mit Bärbel Zeller besetzt ist. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Rathausverwaltung, Politik und der Wirtschaft. Vor dem Gemeinderat berichtete Zeller über ihre Arbeit in den vergangenen zwei Jahren – und erntete dafür viel Lob und Anerkennung aus allen Fraktionen.

Max Gum-Bauer (FWD) bedauerte nach Zellers Bericht, „dass sie erst so spät in Planegg angefangen haben“. Für das, was die Bärbel Zeller seit 2009 mit ihrer halben Stelle auf die Beine gestellt hat, zollten ihr alle im Rat großen Respekt. Monika Schulz (SPD) hob Zellers Auftreten als Bindeglied zwischen den heimischen Unternehmen und der Gemeinde hervor: „Sie haben viel erreicht.“ In dasselbe Horn stieß Planeggs dritter Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) und wünscht sich, dass der eingeschlagene Weg weiter ausgebaut werde. „Tolle Arbeit, weiter so.“ In seltener Eintracht waren Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21) und Fritz Haugg (FDP) in ihren Feststellungen, dass die Wirtschaftsförderin nicht nur die Vorstellungen des Gemeinderats voll erfüllt, sondern diese bei weiten sogar über übertroffen habe. Und Thomas Roy (SPD) brach indes eine Lanze für die Verwaltung und lobte – neben Zellers Verdiensten – „die schlagkräftige Truppe“ im Rathaus, die die Anliegen aus Wirtschaft und Bevölkerung ernst nehme. Als eine ihre wichtigsten Tätigkeiten beschrieb Bärbel Zeller die Kontaktpflege mit den vier verschiedenen Unternehmensgruppen in der Gemeinde – die Biotech-Unternehmen in Martinsried, die „Top 50“ Unternehmen, den Einzelhandel sowie zu den Mittelstandsbetrieben. Alle sechs Wochen gibt es in Martinsried die „Campus-Treffen“ mit Vertretern des IZB (Innovations- und Gründerzentrum Biotech), der Max-Planck-Institute und dem Rathaus. „Es geht darum, zu erfahren, wo vielleicht der Schuh drückt“, schilderte Zeller. Bei diesen Treffen werde aber auch beispielsweise der Girls-Day organisiert oder das jährliche Dorffest oder – „ein sehr spannendes Projekt“ – am gemeinsamen Internetauftritt (www.campusmartinsried.de) gearbeitet. Auf Letzteren ist die Wirtschaftförderin besonders stolz: „Die Webseite stärkt die Identität des Campus und gibt uns bessere Möglichkeiten, Gewerbeflächen im IZB national und international zu vermarkten.“ Mit dem US-Unternehmen Exosome Diagnostics, RSA Consulting und Lab PPM haben sich drei namhafte Globalplayer in Martinsried niedergelassen. Im Fall von Exosome kam sogar die Europa- zentrale in die Würmtalgemeinde. „Das fing alles mit einer dürren Mail von fünf Zeilen an und nach sechs Wochen war klar, die siedeln sich hier an“, beschrieb Zeller die „aufregenden Wochen“, die stark zum Renommee des Standorts Martinsried beigetragen hätten. Aber nicht nur im Fall von Neuansiedelungen werde deutlich, wie wichtig ein zentraler Ansprechpartner sei, auch bei der „Bestandspflege“ sei diese Funktion mittlerweile unerlässlich, wie Zeller am Beispiel der Mophosys AG aufzeigte. Zwei Jahre intensiver Gespräche und Planungen seien vorausgegangen bis heuer im Februar der Gemeinderat den neuen Standort an der Nördlichen Würmtalstraße verabschieden konnte. „Das kann man nicht nebenbei mitmachen“, ergänzte Bürgermeisterin Annemarie Detsch wohl rückblickend auf vergangene Legislaturperioden. Bei ihren bislang 58 Antrittsbesuchen hat Bärbel Zeller aber nicht nur mit Themen wie Standortsuche oder Unternehmensvergrößerungen zu tun, sondern wird auch mit Fragen zur Kinderbetreuung oder einer besseren Anbindung an das Bus-Netz konfrontiert. „In Martinsried konnten wir eine vierte Kinderkrippegruppe einrichten und auch der Verstärkerbus auf der Linie 266 ist mittlerweile realisiert.“ Nach wie vor ein großes Ärgernis ist die Internet-Versorgung im Gewerbegebiet Steinkirchen. Auch ein gemeinsamer Brief mit den Unterschriften von 50 Planegger Unter- nehmer hat die Telekom nicht sonderlich beeindruckt. Aktuell sei man in Verhandlung mit M-Net in München. Von der Erweiterung des Gewerbegebiets in Steinkirchen an verspricht sich die Wirtschaftsförderin vor allem eine Standortsicherung für bereits be- stehende Unternehmen und Betriebe. Aber auch für Neuansiedler sei das Areal sehr interessant, Zeller habe bereits gute Kontakte zu maßgeblichen Akteuren der regionalen Immobilienwirtschaft. Ein weiteres großes Anliegen ist ihr der Einzelhandel: Allein in der Bahnhofstraße haben 46 Händler“, so Zeller, die seit einem Jahr mit „Wir in Planegg“ auch wieder einen eigenen Gewerbeverein hätten, der ihre Interessen vertrete. Kleine und mittlere Unternehmen – 800 an der Zahl – wolle sie mit dem Wirtschaftsbrief und dem Unternehmerfrühstück erreichen. Wie die Stimmung im Ort für Unternehmer ist, möchte Bärbel Zeller mit einer Befragung bis Herbst ermitteln.

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