Wunderl-Hof

Das Wohl der Tiere hat Vorrang

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Weßling – Zum Start der „Grünen Woche“ in Berlin lud der Bayerische Bauernverband zum ersten Stallgespräch auf den Wunderl-Hof in Weßling ein.

Er gilt als Paradebeispiel für moderner Tierhaltung mit Laufstall und Massagebürsten. „Mittlerweile haben im Landkreis rund zwei Drittel den Betriebe auf Laufstall umgestellt“, erklärte Kreisobmann Georg Zankl. „Wir wollen einfach nur mal zeigen, dass in Bayern die bäuerliche Welt noch weitgehend in Ordnung ist.“ Auf dem landwirtschaftlichen Sektor hat längst ein Umdenken stattgefunden. Das Wohl der Tiere steht mittlerweile an oberster Stelle, betonte Georg Zankl. Eine der ersten, die umgestellt haben, sind Anton und Annemarie Wunderl. Vielmehr wurde es innerhalb des Dorfes vom Platz her zu eng, weshalb die Überlegung nahe lag, auszusiedeln. Gesagt getan, vor 18 Jahren wurde der Aussiedlerhof auf einem Areal zwischen dem Sportplatz und der A96 München-Lindau gebaut. Moderne Laufställe ermöglichen den Tieren, sobald es das Wetter erlaubt, nach Lust und Laune in den Außenbereich zu gehen. Zum Bio-Betrieb gehören 80 Milchkühe, 80 Stück Jungvieh und 75 Hektar Land. Davon werden 25 Hektar als Grünland und 50 Hektar Fläche für den Ackerbau zur Herstellung des eigenen Futters genutzt. Der Jahresertrag liegt bei 450.000 Liter Milch. „Sind wir gut zu unseren Tieren, profitieren davon auch die Menschen“, betonte Anton Wunderl. Thomas Müller, Geschäftsführer des Bauernverbands, legte eine aktuelle Statistik vor. Danach gibt es im Landkreis Starnberg 171 Viehhalter, davon 127 als Milcherzeuger. Insgesamt wurden im Jahr 2013 11.906 Kühe gezählt. Darin enthalten sind aber auch sämtliche Kälber. Als Milchkühe werden 4.765 Stück gehalten. Generell sei aber ein Rückgang zu verzeichnen, betonte Müller. Von 2012 auf 2013 standen immerhin 3,5 Prozent weniger Vieh in den Ställen. Interessant ist dabei ein Blick in die Vergangenheit. Als die Vorfahren von Familie Wunderl vor rund 200 Jahren den Hof gründeten, waren es in Weßling ohne die damals noch selbstständigen Gemeinden Oberpfaffenhofen und Hochstadt 35 bäuerliche Betriebe. In der Großgemeinde Weßling, Oberpfaffenhofen und Hochstadt gab es dann im Jahr 1982 immerhin noch 61 landwirtschaftliche Anwesen. Im Vergleich: Heute sind es noch vier Betriebe in Weßling, zwei in Oberpfaffenhofen und vier in Hochstadt. Den Hof haben Annemarie und Anton Wunderl vor zwei Jahren an Sohn Benedikt übergeben. Zeitgleich eröffneten sie als zweites Standbein direkt am Weßlinger See ein Ferienhaus für „Landurlauber“. „Es läuft super. Wir sind meist ausgebucht“, freute sich Annemarie Wunderl. Als Attraktion werden auf dem Wunderl-Hof unter anderem Stallführungen für Gäste beziehungsweise für Schulklassen angeboten. Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf bei nur drei Familienmitgliedern und einer Hauswirtschafterin ist, dass alle an einem Strang ziehen, lautet die Philosophie auf dem Hof. „Auch wenn wir übergeben haben, wir arbeiten nach wie vor voll am Hof mit“, betonte Anton Wunderl. „Unsere Motivation ist unter anderem, dass sich die Arbeit lohnt und Sohn Benedikt als Hofnachfolger genau so viel Spaß an der Landwirtschaft hat, wie wir. Deshalb wird es auch weiter gehen.“ pop

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