„Motivationsaufschlag“ und „LK 2.0“

Zahlreiche Regeländerungen im Tennis: Neue Altersklassen beim Nachwuchs, mehrere Änderungen auch beim Leistungsklassen-System 

Tennis Landkreis
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Die Tennisspieler im Landkreis müssen sich in diesem Jahr auf einige Regeländerungen einstellen.
  • vonFlorian Ladurner
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Landkreis - Wenn die Tennisspieler im Frühjahr wieder zu ihren Schlägern greifen, gibt es einige neue Regeln. Das gilt sowohl bei Turnieren als auch für den Mannschaftsspielbetrieb in der Sommerrunde, deren Auftakt der Bayerische Tennis-Verband (BTV) für alle Spielklassen bis einschließlich Bayernliga aktuell für den 1. Juni terminiert hat. 

Die auffälligste Neuerung beim Nachwuchs ist die geänderte Einteilung der Altersklassen im Mannschaftsspielbetrieb. Fassten diese bisher zwei Jahrgänge zusammen, sind es nun drei, was der Verband mit einer „Anpassung an die demografische Entwicklung in den Mitgliedsvereinen“ begründet. Sobald die Mädchen und Buben auf dem regulären Feld antreten, spielen sie nun in U12, U15 und U18. Komplett neu geregelt ist das LK-System, das die individuelle Leistungsklasse (LK) der Aktiven abbildet.

Seit 2017 ist diese Änderung bereits im Gespräch. Nun ist sie ausgearbeitet und wird als „LK 2.0“ angewandt, sobald Spiele wieder stattfinden dürfen. Da wegen des Lockdowns auch die Tennisspieler seit November eine Zwangspause einlegen müssen, sind aktuell auch Ranglisten- und LK-Wertung ausgesetzt. In der im vergangenen Sommer gespielten sogenannten Übergangssaison konnten sich die Sportler gegebenenfalls verbessern, jedoch nicht absteigen. Das LK-System wurde bisher im Amateurbereich jeweils zu Saisonbeginn aktualisiert. Seit 1. Oktober ist es so dynamisch wie bei den Profis. Das bedeutet, dass die Punkte für jeden gemeldeten Tennisspieler einmal wöchentlich aktualisiert werden. Grundlage dafür ist ein neues Berechnungssystem, das nicht nur den Status beider Spieler berücksichtigt, sondern auch das Alter des Gegners. Was bis Sonntag erspielt und bis Dienstag, 24 Uhr, in die Nationale Tennisdatenbank (NTDB) eingepflegt ist, kommt in die Wertung. Wer sich zu einem Turnier meldet, wird mit seinem aktuellen Punktestand gesetzt. Der Einstiegs-LK für Neulinge wurde auf 25 festgesetzt – statt bisher 23. Modifiziert ist auch die Punktvergabe, und erstmals gibt es im System nun auch Nachkommastellen. Diese ergeben sich in erster Linie aus dem sogenannten monatlichen „Motivationsaufschlag“.

Diese freundliche Formulierung bedeutet aber de facto eine Bestrafung für die Monate, in denen keine offiziellen Spiele absolviert werden. „Jeder Spieler bekommt pro Monat einen Wert von 0,1 zu seiner LK hinzugerechnet“, heißt es in den neuen Regularien, die auch von einer „deutlich sanfteren Regelung“ im Vergleich zum alten System sprechen, weil man in einem Jahr maximal um 1,2 LK-Stufen absteigen kann. Der Aufschlag wirkt sich also monatlich sichtbar auf die LK aus und soll den Spieler so auch motivieren, aktiv zu bleiben beziehungsweise aktiv zu werden, was zu der Bezeichnung „Motivationsaufschlag“ führte. Echte Motivation hingegen versprechen die Tatsachen, dass Mixed- und Doppelspiele in die LK-Wertung einfließen sowie dass erstmals auch Matches zwischen Mädchen und Buben in Punktspielen beim Nachwuchs gewertet werden. Während Mädchen schon bisher in Knabenmannschaften antreten durften, wurden diese gemischten Spiele bislang nicht für die Leistungsklasse gewertet. Das ändert sich mit dem neuen „LK 2.0“.

Roland Halmel

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