„Re-Start“ angestrebt 

Zeit, dass sich etwas ändert: Sportler erhöhen den Druck auf die Politik 

Alfons Hörmann
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Macht sich für flexiblere Corona-Maßnahmen im Sport stark: DOSB-Boss Alfons Hörmann.
  • vonFlorian Ladurner
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Landkreis - Die Sportminister machten vor dem Treffer der Länderchefs und Kanzlerin am Mittwoch Druck. Ein Rückkehrmodell in sechs Stufen soll Millionen Sportlern bald wieder den Normalbetrieb ermöglichen – und das auch mit Wettkämpfen vor Zuschauern. Derweil macht eine Mitteilung des Statistischen Bundesamtes deutlich, wie viele Kinder und Jugendliche vom Vereinssportverbot betroffen sind: 7,3 Millionen. Ein Beschluss der Sportministerkonferenz als Empfehlung für den nächsten Corona-Gipfel weckt Hoffnung bei den rund 24 Millionen Mitgliedern in den etwa 90 000 Vereinen des Deutschen Olympischen Sportbundes. 

„Es wird erkennbar Zeit, dass sich etwas ändert“, machte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einem Interview unmissverständlich klar. Der Beschluss sieht sechs Stufen vor, wobei im ersten Schritt die Rückkehr zur organisierten Sportausübung mit Abstand sowie ohne Kontakt in kleinen Gruppengrößen angepeilt wird. Erst im letzten Schritt ist die Rückkehr zum Wettkampfbetrieb samt sukzessiver Zulassung von Zuschauern anvisiert. Wie groß die Auswirkungen der Pandemie auf das Sportgeschehen in Deutschland sind, belegen Zahlen, die das Statistische Bundesamt zuletzt veröffentlichte. Demnach können rund 7,3 Millionen Mädchen und Jungen bis zum Alter von 18 Jahren nicht mehr in ihren Sportvereinen trainieren.

Anfang 2020 seien gut die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland in einem Sportclub als Mitglied angemeldet gewesen. Auch die besonders in der Gesundheitsprävention aktiven Senioren sind stark vom Sport-Lockdown betroffen. Von den 22,5 Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 60 sind, waren laut Mitteilung 4,7 Millionen in einem Sportclub. Die Misere des Sports, seit Monaten keinerlei Angebot mehr offerieren zu können, wird auch in einer ersten Sichtung der Mitgliedererhebung durch die Landessportbünde sichtbar. Dabei zeigte sich laut DOSB, dass bei zahlreichen von ihnen bis 31. Dezember 2020 ein Mitgliederschwund in einer Größenordnung von drei bis fünf Prozent festgestellt wurde. Es gebe Signale aus Vereinen und Landessportbünden, dass die Kündigungen im Januar und Februar weiter gehen. „Was wir für den 31. Dezember gemeldet bekommen, ist somit noch nicht das Ende des Pandemie-Schadens“, sagte Hörmann. Deshalb solle ergänzend zum schrittweisen Re-Start eine nationale Kampagne von Sport und Politik gestartet werden, „um die existenziell bedeutende Mobilisierung der Mitglieder für den Vereinssport massiv zu unterstützen“, so der DOSB-Chef.

Roland Halmel

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