Bau zugestimmt / Einwände kommen noch aus Gräfelfing

Die Planegger Gemeinderäte stimmen dem Bau des 130-Millionen-Euro-Projektes der Ludwig-Maximilians-Universität München zu. Das „Biomedical Center (BMC)“ wird als drittes Element neben den Universitätsgebäuden für die Biologische Fakultät und die Mensa in zwei Bauabschnitten nördlich der Großhadener Straße entstehen.

Im Ausschuss für Bauleitplanung wurden alle Einwendungen, die von Behörden und Kommunen gegen den Bebauungsplan für den Forschungskomplex eingegangen waren, beraten und je nach Abwägung in den Bauplan integriert oder abgelehnt. Das ging flott über die Bühne, da es sich nur noch um Kleinigkeiten handelte. Anders verhielt es sich bei den Einwänden, die aus der Nachbargemeinde Gräfelfing gegen das geplante Bauvorhaben vorgebracht wurden. Dort befürchtet man vor allem, dass der Durchgangsverkehr zunehmen wird, weil „ein nicht unerheblicher Anteil“ der Studenten und Institutsbeschäftigten über die BAB A 96 und anschließend über Gräfelfinger Wohngebiete zum Campus fahren würde. Außerdem bemängeln die Gräfelfinger, dass die Anzahl der Parkplatz für das BMC nicht ausreichend groß geplant ist. Planegg entkräftet den Einwand mit dem Hinweis, dass die Nutzung der derzeit 280 vorhandenen Parkplätze zeige, dass dieses Angebot für die 1.500 Studenten ausreicht. Auch ohne U-Bahn-Verlängerung benötigen nur zirka 19 Prozent einen Pkw-Stellplatz. Deshalb werden vor der U-Bahn-Verlängerung für rund 20 Prozent der künftig 1.800 Studenten insgesamt 360 Parkplätze bereitgestellt, bauordnungsrechtlich vorgeschrieben sind nur zehn Prozent. Auch was die zusätzliche Verkehrsbelastung betrifft, lies Planegg die Bedenken der Nachbarn nicht gelten: Rund ein Drittel des MIV-Verkehrs in das Wissenschaftsgelände werde nach Expertenmeinung aus westlicher bis südlicher Richtung kommen. Selbst unter der Annahme, dass dieser Verkehr vollkommen über die Lindauer Autobahn läuft und die geplante U-Bahn-Verlängerung darauf keine Auswirkung hat, ergibt sich auf den Durchgangsstraßen in Gräfelfing nach Auswertung aller Verkehrsgutachten nur eine Mehrbelastung von 240 Fahrzeugen pro Tag (beide Fahrtrichtungen zusammengezählt). Für die betroffenen Straßen ergab eine Verkehrszählung aus dem Jahr 2008 eine tägliche Belastung von 18.000 bis 24.000 Kfz. Der zusätzliche Verkehr durch den Ausbau des BMC macht also 1,31 bis 0,96 Prozent des Gesamtverkehrs aus. Bürgermeisterin Annemarie Detsch betonte, dass „angrenzende Gemeinden stets den überörtlichen Verkehr der anderen Gemeinde mittragen, auch bei Erweiterungen der Gräfelfinger Gewerbe- und Wohngebiete kommt es zu Mehrbelastungen auf Planegger Straßen“. Die Gemeinderäte vermuteten in der Diskussion, dass es sich bei den Gräfelfinger Einwendungen eher um eine Retourkutsche für die Planegger Ablehnung der Staatsstraße 2063 neu handelt. Trotzdem sollen keine neuen Gräben entstehen. Gemeinderat Dr. Gerhard Schleburg (CSU): „Wir sollten uns gegenseitig nicht das Leben schwer machen, wir haben die Hand ausgestreckt.“ Bürgermeisterin Detsch versprach, dass sie sich weiter bemühen wird, die Vertreter aller von den Würmtaler Verkehrsproblemen betroffenen Kommunen so schnell wie möglich an einen Tisch zu bekommen.

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