Zukunft der Mobilität

Die Zeichen stehen auf Wachstum. Der Landkreis Starnberg wird sich weiterhin trotz Wirtschafts- und Finanzkrise in den nächsten zwei Jahrzehnten prächtig entwickeln. Die bis dato 130.000 Einwohner werden bis 2028 um weitere 7.000 (plus sechs Prozent) wachsen, vor allem werden es gut verdienende Singles sein, die ins Fünfseenland kommen. Diese Prognose zeigte Christian Breu, Geschäftsführer des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München, bei der ersten Verkehrskonferenz im Landkreis Starnberg auf.

Auch die Zahl der Arbeitsplätze wird steigen. Während woanders die Menschen um ihre Jobs bangen, entstehen im wohlhabenden Landkreis Starnberg neue Beschäftigungsverhältnisse. Vor allem im Dienstleistungssektor wird dieser Zuwachs zu verzeichnen sein, wusste Breu. Eine weitere Prognose aus seinem Hause: Der demografische Wandel macht auch vor dem Landkreis Starnberg nicht halt, im Gegenteil: Aufgrund der Wohlstandsverhältnisse habe man es in der Region zwischen Starnberger See und Ammersee mit besonders fitten und vor allem sehr unternehmungslustigen Senioren zu tun. Junge Leute mit maximal mittleren Einkommen, werden dem Landkreis aufgrund hoher Mieten und Lebenshaltungskosten eher den Rücken kehren. Womit Breu zu seinem eigentlichen Thema kam: Die Zukunft der Mobilität. Seinen Ausführungen zufolge werden die Pendlerströme in die Landeshauptstadt wie auch in umgekehrter Richtung weiter zunehmen. Obwohl der Verkehr vielerorts auch hausgemacht ist: „Wir gehen von jeweils einem Drittel Fahrten zur Arbeit, Einkaufsfahrten und Freizeitfahrten aus“, schilderte er. Dagegen ist die Benutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), also Busse und S-Bahnen, sogar leicht gesunken. „Hier hat sich faktisch nichts getan.“ Ganz anders beim Fahrrad. Der Drahtesel erlebte im Landkreis in den vergangenen Jahren regelrecht einen Boom. Was vor allem an dem immer besser ausgebauten Radwegenetz - 460 ausgebaute Kilometer, 90 Prozent davon alltagstauglich - liegt. Freilich weiß man mittlerweile auch die gesundheitlichen Vorzüge des Radfahrens zu schätzen. Dass der Individualverkehr so zugelegt hat, macht Breu auch an dem deutlich gestiegen Wohlstand den Menschen fest: „Vor 25 Jahren hat noch nicht jeder zwei oder drei Autos vor Tür stehen gehabt.“ Um einem Verkehrskollaps entgegenzuwirken, empfiehlt er die rasche Realisierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke und den Ausbau der MVV-Außenäste. Dem Autobahn-Südring erteilte er eine klare Absage. „Die Zahlen reichen nicht, außerdem sollten wir die unbeschnittenen Wälder schützen.“

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