Zustimmung für den Rathauschef

Rund 160 Besucher kamen zur Herrschinger Bürgerversammlung und zeigten sich sehr zufrieden von der Arbeit des Gemeinderates und Bürgermeister Christian Schiller. Foto: Polster

Viel Beifall und Zustimmung erhielt Rathauschef Christian Schiller auf der Bürgerversammlung in Herrsching. Rund 160 Gäste hörten sich den Rechenschaftsbericht in der Martins-Turnhalle an. Anregungen seitens der Zuhörer kamen unter anderem zu den Themen Verkehr, Tourismus und Kinderbetreuung.

„Herrsching hat entlang des Ammersees einer der längsten Promenaden, doch irgendwann geht es nicht mehr weiter“, monierte Klaus Müller. Er sprach insbesondere den Abschnitt, angefangen vom Ortsende bis nach Wartaweil, an. Bei Bürgermeister Christian Schiller rannte er damit offene Türen ein. „Es ist ein trauriges Kapitel“, stimmte der Rathauschef zu. „Seit 50 Jahren wird für diesen Teil eine vernünftige Lösung gesucht. Es scheitert zum einen am Landratsamt Landsberg, das keine Bereitschaft zeigt, die Promenade zu verlängern. Andererseits aber sind es die Anlieger, die dafür kein Grundstück zur Verfügung stellen.“ Eine Enteignung sei nicht vorgesehen, sagte Schiller. „Wir bleiben aber dran.“ Gabriele Brammel vom Seniorenbeirat bemängelte im Namen der Senioren fehlende Toiletten entlang der Promenade. „Ab dem Seewinkel gibt es keine Möglichkeit mehr, auf die Toilette zu gehen.“ Auch hier sei die Gemeinde machtlos, räumte Schiller ein. „Zuständig ist die Schlösser- und Seenverwaltung und die sehen es nicht ein, mehr Toiletten aufzustellen. Ihre Begründung ist, dass es ja in den Bergen auch nicht überall Toiletten gibt.“ Ein Bürger monierte den zunehmenden Schwerlastverkehr, der sich durch den Ort quäle. Seine Anregung ging dahingehend, noch vor Einfahrt in den Ortskern von der Seefelder Straße aus eine direkte Verbindung zum Gewerbegebiet zu schaffen. „Die Verbindungsstraße wird als Entlastung für die Lärm geplagten Bürger kommen“, signalisierte Schiller. „Derzeit sind zwei Varianten im Gespräch, die momentan untersucht werden.“ Die Baukosten schätzt er auf zwischen 1,4 bis zwei Millionen Euro plus Grunderwerb. In Punkto Kinderbetreuung appellierte Schiller an die Versammlung, die Augen aufzuhalten und geeignete Räumlichkeiten zu melden. „Wir suchen händeringend Liegenschaften, wo die Möglichkeit besteht, einen Kindergarten oder eine Kinderkrippe einzurichten.“ Momentan gebe es einen Bedarf von 70 Plätzen, die nicht gedeckt sind. Zum Thema Finanzen sagte der Rathauschef, dass sich die Gewerbesteuereinnahmen mit 4,7 Millionen Euro weit besser entwickelt haben, als gedacht. Wobei bei der Einkommenssteuer, die mit 5,2 Millionen Euro angegeben sind, ein Rückgang spürbar ist. „Erfreulich aber ist, dass wir trotz der schwierigen Umstände unseren Schuldenstand im vergangenen Jahr nochmals reduzieren konnten.“ Die Pro-Kopf-Verschuldung gab Schiller mit 224 Euro an. Bei geplanten 4,2 Millionen Euro Investitionen sei es jedoch schwierig, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Schiller: „Die Rücklagen schwinden. Wir erhoffen uns aber eine Erholung der Wirtschaft und dadurch auch eine Erholung unseres Haushalts.“

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