Zweites Gymnasium

Die Frage bleibt der Standort

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Herrsching – Nach wie vor nicht abgeschlossen sind die Gespräche zwischen Landrat Karl Roth und den Herrschinger Grundstücksbesitzern, die nicht ihren Boden für 70 Euro pro Quadratmeter verkaufen wollen.

Auch gibt es noch keine Ergebnisse zu zwei möglichen Alternativstandorten in Seefeld. Auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins für ein zweites Gymnasium im westlichen Landkreis dämpfte am Montagabend Roth die Erwartungen. „Ich habe heute nicht viel zu verkünden“, sagte er. Von Roth wollten Vereinsvorsitzender Jens Waltermann und die versammelten Mitglieder Näheres zum Stand der Verhandlungen erfahren. „Wir führen Gespräche mit Herrsching und führen intensive Gespräche mit Seefeld“, sagte Roth. Der Gemeinderat in Seefeld habe bereits eine Fläche am Bahnhof sowie am Oberfeld angeboten. „In den vergangenen Monaten hat die Debatte um den Standort die Gemüter erhitzt“, beschrieb der alte und neue Vorsitzende Waltermann die Stimmung im Verein. Deshalb habe man sich im Sommer auch dazu entschieden, bei den Nachbarn in Seefeld anzuklopfen, so Waltermann weiter. Für Roth steht indes unumstritten fest, dass „Herrsching Priorität hat“ bei der Standortwahl. „Schließlich haben Sie sich hier stark gemacht.“ Und der Landrat appellierte abermals eindringlich an alle Beteiligten: „Die Zeit läuft uns davon, Ende des Jahres müssen wir wissen, geht was oder geht nichts“. Denn das Kultusministerium dränge ebenfalls auf eine Entscheidung. Die Diskussion drehte sich vor allem um die Frage, ob mittels Enteignung die Grundstückseigentümer zum einlenken bewegt werden. Christa Acker- mann wollte von den anwesenden Gemeinderäten wissen, ob dieses Szenario im Rathaus schon einmal diskutiert wurde. SPD-Gemeinderat Werner Odemer entgegnete, dass das bislang kein Thema war. „Wir haben so sehr für das Gymnasium gekämpft, es tut mir bitter weh, dass ein paar Nein sagen und unsere Kinder kein Gymnasium bekommen“, machte sich Angelika Knülle Luft. Für den Landkreis steht fest, dass man den finanziellen Forderungen – 240 Euro pro Quadratmeter werden gefordert – nicht nachkommen werde und könne, unterstrich Roth. Und Waltermann stellte klar, „wir werden niemals verlangen, dass man Einzelnen mehr zahlt – bei aller Leidenschaft für unser Anliegen“. Ein Enteignungsverfahren sieht der Vorsitzende eher mit gemischten Gefühlen: „Das liegt nicht in unserem Interesse, zumal sich das über Jahre hinziehen kann.“ Roth wie auch Waltermann hoffen „auf eine Lösung im letzten Moment“. Waltermann: „Alles andere wäre ein unglaublich verpasste Chance für Herrsching.“ Auch Erfreuliches gab es am Montagabend zu berichten. So habe sich vor sechs Wochen im Landratsamt ein Arbeitskreis gebildet, der an einem möglichen pädagogischen Konzept arbeitet. „Es soll dort keine klassische One-Way-Beschulung mehr geben“, schilderte Roth, vielmehr wolle man eine Art Lernhauskonzept ohne Klassenzimmertüren und mit transparentem Lehrerzimmer. Mit einem ähnlichen pädagogischen Konzept unterrichte man bereits an einem Gymnasium in Trudering, dass sich der Arbeitskreis bereits angesehen habe. po

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