Zweites Gymnasium

Appelle an die Politiker

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Herrsching – Bei 30 Grad im Schatten trafen sich am Samstag rund 120 Mütter, Väter, Kinder und Politiker am Rathaus in Herrsching, um pro zweites Gymnasium zu protestieren.

Seit rund vier Jahren gibt es den „Förderverein Zweites Gymnasium im westlichen Landkreis“. Laut betroffener Eltern sei den Kindern der lange Schulweg bis nach Gilching oder Tutzing nicht zuzumuten. „Wir wollen keine stundenlange Schulwege, sondern wir wollen mit Freunden spielen“, lautete ein Slogan, der am Samstag ausgegeben wurde. Feindbild war offensichtlich Kultusminister Ludwig Spaenle. Um ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen, hatten die Organisatoren der Demo Gesichtsmasken mit Spaenles grimmigem Konterfei verteilt. „Herr Spaenle, hören sie auf, das Gymnasium auszusitzen“, mahnte Vereins-Vorsitzender Jens Waltermann. Seiner Auffassung nach sei angesichts der baldigen Landtagswahlen ein wichtiger Wendepunkt erreicht. „Wenn wir es schaffen, dann jetzt. Ansonsten schaffen wir es nie.“ Gastgeber der Demo war Herrschings Bürgermeister Christian Schiller. Er versicherte: „Wir waren noch nie so knapp davor, wie jetzt. Alle Politiker sagen, ja sie wollen das Gymnasium und es fehle nur noch die politische Entscheidung. Ja, dann entscheiden sie doch endlich.“ Kein Verständnis zeigte er für die immer wieder neu gestellten Anträge seitens des Kreistages, denen keine Fortschritte folgten. An Landrat Karl Roth gerichtet schimpfte Schiller: „So geht es nicht.“ Offene Türen rannten Schiller und Eltern bei den zahlreich anwesenden Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen ein. Querbeet durch alle Parteien versicherten sie, das Gymnasium von Anfang an unterstützt zu haben und sich auch weiterhin dafür einzusetzen. Laut der Veranstalter besuchten lediglich 44 Prozent der Andechser und Herrschinger Kinder ein Gymnasium, was mitunter an den langen Fahrwegen und an fehlenden Räumlichkeiten liege. „Im westlichen Landkreis gibt es nur für 34 Prozent der Schüler Gymnasiumsplätze, obwohl mittlerweile über 65 Prozent aller Schüler eine Gymnasiumsempfehlung erhalten“, so Waltermann. pop

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