Umfrage der gwt

Zwischen Umsatzeinbruch und Digitalisierungsboom: Corona-Krise setzt Wirtschaft und Kulturbranche zu 

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Die Corona-Pandemie hält die heimische Wirtschaft in Atem. Laut einer aktuellen Umfrage der gwt Starnberg blicken Kulturschaffende aus dem Landkreis sorgenvoll in die Zukunft.

Landkreis - Die Wirtschaftsförderung und das Regionalmanagement der gwt Starnberg haben unter den Unternehmen des Landkreises Starnberg zwei Umfragen erstellt, die Aufschluss über die derzeitige wirtschaftliche Situation geben. Abgefragt wurde unter anderem vor welchen Herausforderungen Firmen, Selbständige und Kulturschaffende im Landkreis Starnberg stehen. Nun hat die gwt eine kleine Zwischenbilanz veröffentlicht.

Im vergangenen Monat hat Annette von Nordeck, Wirtschaftsfördererin der gwt Starnberg, rund 1.700 lokale Unternehmen angeschrieben. Von ihnen haben 417 anonym auf die Fragen geantwortet. Bereits im Juni hat Regionalmanagerin Daniela Tewes gut 500 Kontakte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft ebenfalls um Angaben zur wirtschaftlichen Situation gebeten. 

Aus der „klassischen“ Wirtschaft geben über 70 Prozent der Teilnehmer an, dass sie durch die Corona-Pandemie von Umsatzeinbußen betroffen sind oder diese für 2021 erwarten. Auch was das zweite Halbjahr 2020 betrifft, gibt rund ein Drittel an, die Auftragslage sei „nicht gut“.25 Prozent erklärten, dass sie derzeit noch an laufenden Projekten arbeiten, für die Akquise neuer Aufträge allerdings schwarz zu sehen. Einigen Firmen im Landkreis gelang es in der Krise neue Geschäftsfelder zu etablieren, betont der gwt-Bericht. 82 Prozent der befragten Unternehmen haben bislang keine Mitarbeiter entlassen. Allerdings schätzen acht Prozent der Befragten, dass sie Ende des Jahres sich coronabedingt von Mitarbeitern trennen müssen. 63 Prozent der Unternehmen halten derzeit Investitionen zurück, für 37 Prozent geht es relativ normal weiter. Wie die gwt Starnberg in ihrem Bericht ausführt, sieht es für die Kultur- und Kreativwirtschaft im Landkreis ziemlich düster aus. 

Etwa die Hälfte der befragten Kulturschaffenden verzeichnet einen Umsatzrückgang zwischen 20 Prozent und 70 Prozent. 16 Prozent melden sogar einen kompletten finanziellen Ausfall. Hierzu zählen vor allem abgesagte Konzerte und andere Kulturveranstaltungen sowie geschlossene Kinos. Knapp die Hälfte der Kreativen gab an, dass ihre berufliche Existenz unmittelbar bedroht sei. Mehr als die Hälfte der befragten Künstler und Kreativarbeitenden gaben an, dass sie Soforthilfe in Anspruch genommen haben. Im „klassischen“ Wirtschaftsbereich hoffen rund 33 Prozent der Befragten auf eine Verbesserung im kommenden Jahr. 11 Prozent vermuten dagegen eine Verschlechterung bis Ende 2021. 

Als dringlichstes Problem bezeichnen Unternehmen die ständige Unsicherheit, erschwerte Akquise-Möglichkeiten und die Zurückhaltung bei den Verbrauchern. Unsicherheit in der Planung ist auch für Kreativschaffende eines der Hauptprobleme, viele sehen eine klare Benachteiligung zu Angestellten, die Kurzarbeitergeld erhalten und kritisieren die fehlende Lobby der Branche. Immerhin sehen 63 Prozent der Befragten die Corona-Pandemie als „Digitalisierungs-Booster“. So gäbe es mehr Möglichkeiten für flexibleres Arbeiten, Online-Veranstaltungen würden Zeit und Nerven sparen.

Von Kreisbote

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