"Weißer Ring": Die Außenstelle Weilheim-Schongau feierte 30-jähriges Bestehen

Der Opferbetreuung eine starke Lobby

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Engagierte Helfer, starke Unterstützer. Die Ehrenamtlichen der Außenstelle Weilheim-Schongau und ihre Gäste. Vorn v. li.: Franz Pabst, Harald Kühn, Andrea Jochner-Weiß, Horst Martin, Dr. Helgard von Hüllen und Robert Kopp. Hinten: Martin Huber, Manuela Kaminski, Außenstellenleiter Lorenz Haser, Franziska Fiedler, Andreas Bergler, Cornelia Romeißen und Martina Scheifele.

Weilheim – Mit einem Festakt im Pfarrheim „Miteinander“ feierte am vergangenen Wochenende die Außenstelle des „Weißen Rings“ Weilheim-Schongau ihr 30-jähriges Bestehen.

Eingeladen waren Vertreter des öffentlichen Lebens, Amts- und Dienststellenleiter der Polizei, Staatsanwaltschaft, Gönner, Sponsoren und Partner. Die Bedeutung des „Weißen Rings“ und der Außenstelle Weilheim spiegelte sich schon allein in der Zahl von sechs Grußrednern. Landrätin und Schirmherrin Andrea

Jochner-Weiß stellte in ihrer Ansprache die Angst und Hilflosigkeit der Opfer vor allem nach einer Straftat in den Mittelpunkt. Jeder kenne das ungute Gefühl, das Hemmende, Bedrohliche und Isolierende, das mit ihr einhergehe. Deshalb sei es umso wichtiger, dass die Betroffenen nach einer Straftat, während des Verfahrens und auch später angemessene Unterstützung erfahren. Auf diesem Gebiet leiste der Weiße Ring seit seiner Gründung Großartiges. Sie lobte die verdienstvolle Tätigkeit der Mitarbeiter in den vergangenen 30 Jahren unter der Führung von Lorenz Haser und bat sie, ihren Idealismus sowie Einsatzbereitschaft und Engagement aufrecht zu erhalten. „Ich wünsche Ihnen dazu die Kraft und Gottes Segen“, sagte sie. MdL Harald Kühn überbrachte in seiner Ansprache die Grüße und den Dank des Bayerischen Landtags für die engagierte Arbeit des Vereins. Der „Weiße Ring“ sei ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens geworden. Die Betreuung der Opfer von Straftätern könne von staatlichen Organisationen nicht in der Weise durchgeführt werden, wie es der Verein schaffe. Hilfe und Zuspruch müssen in erster Linie den Opfern und nicht den Tätern gelten. Dank und Anerkennung kam auch vom zweiten Bürgermeister Horst Martin, dem Polizeipräsidenten Oberbayern/Süd Robert Kopp, dem Landesvorsitzenden des Weißen Rings Bayern-Süd Franz Pabst und der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Dr. Helgard van Hüllen. „Eure Arbeit verdient Respekt und Anerkennung. Die Opfer brauchen nicht nur ein offenes Ohr, sondern eine starke Lobby“. Die Verschärfung der Gesetzeslage bei bestimmten Straftaten – beispielsweise der Einführung von Opfer- und Gewaltschutzgesetz, Präventionsaktionen – sei hier nur ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Jede Straftat sei eine zu viel, so der allgemeine Tenor.

Gegründet wurde der „Weiße Ring“ im Jahre 1976 von Eduard Zimmermann sowie weiteren 16 Persönlichkeiten des Rechtslebens. Auslöser war das damals noch vorherrschende Missverhältnis in der Wahrnehmung und Betreuung von Tätern und Opfern. Seit seiner Gründung hat der Verein in mehr als 345 000 Fällen Opferhilfe geleistet. Er hat heute bundesweit über 50 000 Mitglieder, rund 3 000 ehrenamtliche Mitarbeiter und 420 Außenstellen. Allein 2016 wurde Opferhilfe von über 16 Mio. Euro geleistet. Der „Weiße Ring“ finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Bußgeldern.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters des Welfengymnasiums sowie der Musikschule Pfaffenwinkel.

Mehr Informationen zum „Weißen Ring“ oder wer selbst zum Opfer einer Straftat wurde, kann sich an Lorenz Haser wenden. Tel. 0151/55164796. E-Mail: lbbayernsued@weisser-ring.de. Das bundesweite Opfertelefon hat die Nummer 116006.

Von Georg Müller

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