Zustand hat sich verschlechtert

80-jähriger Corona-Patient von Weilheim nach München verlegt

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Prof. Dr. med. Andreas Knez (Ärztlicher Direktor Krankenhaus Weilheim) und Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang (von links) haben heute bestätigt, dass der 80-jährige Corona-Patient von Weilheim nach München verlegt wurde.

Weilheim – Der schwer erkrankte Corona-Patient, der seit 6. März im Weilheimer Krankenhaus vom übrigen Klinikbetrieb abgeschirmt intensivmedizinisch betreut wurde, musste am heitigen Mittwoch nach München an das Klinikum Rechts der Isar verlegt werden.

Nachdem sich der Zustand des 80-Jährigen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch verschlechtert hatte, sah sich das Ärzteteam in Weilheim gezwungen, die Intensität der Beatmung zu verstärken. „Es zeichnete sich ab, dass der Patient eine externe Lungenunterstützung benötigt, wie sie nur in universitären Spezialzentren vorgehalten wird“, heißt es dazu im ärztlichen Bulletin von Prof. Dr. med. Andreas Knez (Ärztlicher Direktor Krankenhaus Weilheim) und Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang.

Aufgrund der engen Kooperation mit dem Klinikum Rechts der Isar sei es kurzfristig möglich gewesen, einen Platz für den Patienten zu gewinnen. Die in interdisziplinärer Absprache zwischen den Ärzteteams in Weilheim und München getroffene Entscheidung sei „in enger Abstimmung mit den Angehörigen und nach gemeinsamer Beratung“ erfolgt.

Das Weilheimer Krankenhaus leistete bei der Behandlung der Coronavirus-Erkrankung Pionierarbeit. Wie Prof. Knez bei einem Pressetermin am Dienstag ausführte, wurde der 80-jährige Patienten mit dem Medikament „Kaletra“ behandelt, das auch in der HIV-Therapie eingesetzt wird (wir berichteten) . Dadurch konnte sein kritischer Zustand bis Dienstagnacht etwas stabilisiert werden.

Für die weitere Vorgehensweise wurde bei der Regierung von Oberbayern beantragt, aus den USA ein in Deutschland noch nicht zugelassenes Medikament importieren zu dürfen. Das Medikament mit dem antiviralen Wirkstoff „Remdesivir“ wurde eigentlich zur Therapie von Ebola-Patienten entwickelt und auch zur Bekämpfung von SARS eingesetzt. Laut Aussage von Prof. Knez werden derzeit in China und in den USA zwei große Studien durchgeführt. Die USA erteilten eine Sondererlaubnis zur personenbezogenen Nutzung. „Das angeforderte antivirale Medikament ‚Remdesivier‘ wird sofort nach Eintreffen per Eilboten ans Klinikum Rechts der Isar weitergegeben“, gaben Krankenhaus GmbH und Landratsamt in ihrer Presseerklärung bekannt.

Wo sich der 80-Jährige, der seit zwei Jahren lungenfachärztlich behandelt wird, mit dem Coronavirus infiziert hat, konnte noch nicht geklärt werden.

Von Maria Hofstetter

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