Die Steppenläufer verschwinden

Ab 2021 kommt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Plastikmüll in die Tonne

Zwei gelbe Tonnen
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Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kommt die Gelbe Tonne.

Region – Bei starkem Wind hüpfen die Beutel wie Steppenläufer über den Asphalt. Befinden sich dann auch noch scharfkantiges Plastik und spitzes Blech in den Säcken, reißen diese ein und der Müll kullert auf Straßen und Gehwegen. Ist die Hülle noch heil, reißen Tiere gerne den Beutel auf. Der Gelbe Sack verwandelt das Müllentsorgen schon mal in ein Müllsammeln. 

Doch damit ist in Murnau, wie im gesamten Landkreis Garmisch-Partenkirchen, bald Schluss. Die Gelbe Tonne gesellt sich zu den rollbaren Bio-, Papier- und Restmüllbehältern – und das Landratsamt Garmisch erwartet glühende Telefonleitungen.

Ein passenderes Bild hätte Christian Hornsteiner (CSU) in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Landwirtschaftsausschusses des Landkreises Garmisch-Partenkirchen wohl nicht finden können, als er mit Blick auf die rasche und flächendeckende Auslieferung der Gelben Tonne sagte: „Wir sind wirklich überrollt worden.“ Etwas überrumpelt dürfte sich der ein oder andere Landkreisbewohner tatsächlich gefühlt haben, als eines Herbsttages die Gelbe Tonne kommentarlos vor die Haustüre gestellt wurde. „Wir haben mit einem Rundbrief nachjustiert“, entgegnete Landrat Anton Speer (FWL) Farchants überrollten Bürgermeister. Dennoch glaubt der Landrat, dass damit bei Weitem nicht alle Fragen geklärt sein dürften. „In der ersten Woche im Januar werden viele Anrufe reinkommen, deshalb muss das Servicetelefon besetzt sein“, sagte Speer. Über besagtes Servicetelefon (0800/5890242) gibt es Auskünfte zur Abfuhr und die Möglichkeit zur Reklamation oder Bestellung der Gelben Tonne.

Fast im gesamten Landkreis Garmisch-Partenkirchen werden ab dem 1. Januar 2021 die Gelben Tonnen, die es in der Regelgröße 240 Liter und in der Sondergröße 1 100 Liter gibt, geleert. Gelbe Säcke werden nicht mehr ausgegeben. An sechs Standorten gib es Pressmulden. Die Abfuhr übernimmt die Gräfelfinger Firma Wittmann Entsorgungswirtschaft GmbH.

Der Wechsel von Plastikbeutel zu Tonne scheint dabei längst überfällig gewesen zu sein, jedenfalls sprach Speer in der Sitzung von Unzufriedenheit mit der Abfuhr der Gelben Säcke und von ständigem Ärger. Ein Ärger, der mit dem Jahresende auch sein Ende finden wird, sofern die Tonnen vorbildlich mit Plastik, Metall und Verbundstoffen gefüllt werden. Ansonsten bleiben die Behälter ungeleert am Straßenrand stehen.

Die Umstellung von Sack auf Tonne bekommen die Haushalte finanziell nicht zu spüren, sie werden nicht zusätzlich zur Kasse gebeten. Die Entsorgungskosten werden schließlich mit dem Kauf von Verpacktem finanziert: Märkte, die Plastik in Umlauf bringen, müssen sich nämlich an den späteren Entsorgungskosten beteiligen.

Von Antonia Reindl

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