Staatliche Berufsschule Weilheim verabschiedet Rekordjahrgang mit 43 Staatspreisen

"Start aus der Pool-Position"

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Die Staatspreisträger mit den Repräsentanten des Handwerks, der Schule und der Kommunalpolitik. Li.: Horst Martin, Knut Seelos und Stefan Zirngibl. Re. Karl-Heinz Grehl.

Weilheim – Hohe Absolventenzahlen und gute Noten ist man von der Staatlichen Berufsschule bereits gewohnt. Doch der Absolventenjahrgang 2019 brachte mit 455 AbschlussschülerInnen (425 im Vorjahr) und 43 Staatspreisen (40 Einserschüler 2019) noch einmal eine Steigerung.

Die Zahl der verschiedenen Berufe reichte vom Anlagenmechaniker bis hin zum Landwirt und Zimmerer. Die Spitze bei den Berufen hielten die Industrie-, Werkzeug- und Zerspanungstechniker mit 98 Absolventen, die Zimmerer folgten mit 69, Metallbauer, Maschinenführer und Feinwerkmechaniker lagen mit 58 erfolgreichen Abschlüssen an dritter Stelle.

„Sie haben Ihr Ziel erreicht, stehen nun in der Pool-Position fürs Berufsleben und sind für zukünftige Entwicklungen bestens gerüstet. Das Lernen wird jedoch nicht aufhören mit dem heutigen Tag. Haben Sie keine Angst vor Veränderungen. Zeigen Sie Mut und Selbstvertrauen. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. Ich wünsche Ihnen das Allerbeste für Ihre Zukunft“, gratulierte der stellvertretende Schulleiter Knut Seelos. Danke fürs Durchhaltevermögen der neuen KollegInnen wie auch für die sehr guten Abschlüsse sagte ebenfalls Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl in seinem Grußwort und schloss dabei ausdrücklich das Lehrerkollegium, Ausbilder, Firmeninhaber und Eltern ein.

Zirngibl nutzte wie jedes Jahr die Gelegenheit, den jungen Leuten gute Tipps mitzugeben. Dabei vergaß er aber nicht, den Finger auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen zu legen. „Irgendwie sind wir Deutschen ein komisches Volk geworden. Wir schalten sichere Atomkraftwerke ab, bevor wir über die nötige Infrastruktur zur Verwendung regenerativer Energien verfügen. Wir bezahlen für an die Nachbarländer verschenkten Strom und kaufen teuren Atomstrom zurück. Wir verteufeln unsere Autoindustrie (Ja, sie trägt auch Schuld) einschließlich der Zulieferer, obwohl viele Arbeitsplätze davon abhängen. Wir sind permanent gegen etwas. Sind wir eigentlich auch noch für etwas? Ich appelliere an Sie, informieren Sie sich genau, bevor Sie gegen etwas sind. Wägen sie ab“, erklärte er.

Auch für das künftige Berufsleben hielt der Kreishandwerksmeister Weisheiten bereit. „Betrachtet eure Leistung aus der Sicht des Kunden, der sie bezahlen soll. Überlegt euch, wie ihr eure Arbeit beurteilen würdet, wenn ihr sie jeden Tag anschauen müsst. Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft.“

Die auf Zirngibl folgenden Grußredner hatten es nach seinen Ausführungen schon etwas schwerer. Es sei ja schon alles gesagt, hieß es da. Dennoch hatten sowohl der zweite Weilheimer Bürgermeister Horst Martin, IHK-Sprecher Jens Wucherpfennig und der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl Dankesworte und Anerkennung mitgebracht. „Was ihr gelernt habt, kann euch keiner mehr nehmen. Unsere herzlichsten Glückwünsche, Ihr seid alle Spitzenleute“, lautete der Tenor ihrer Reden.

Von Georg Müller

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