Aglaia Szyszkowitz und Duo KlangZeit begeistern Publikum

Fulminanter Abschluss bei der Lesepause

+
Nach der Lesung wurde noch ein bisschen gefeiert und auch Aglaia Szyszkowitz (Mitte) stieß gern mit Organisatorin Uta Orawetz (re.) und der dritten Bürgermeisterin Angelika Flock an.

Weilheim – „Der Himmel weint, dass die Lesepause vorbei ist“, war Uta Orawetz‘ Begründung dafür, dass die Abschlusslesung mit der bekannten Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz in das Pfarrheim Miteinander verlegt werden musste. Doch trotz der ganz anderen Atmosphäre als am Kirchplatz erlebten die Besucher einen fulminanten Abschlussabend der Lesepause 2019.

Gleich zu Beginn stellte Szyszkowitz klar, dass sie auch vor den schlimmsten Zungenbrechern nicht kapitulieren muss und gab als Auftakt das „Blunzengröstl“ von Franzobel in Perfektion ebenso wie „Österreich ist schön“ wieder. Und auch vor kritischen Texten scheute sie sich nicht, tischte dem leicht verdutzten Publikum gleich noch Kurt Palms „Willkommenskultur“ auf und servierte eine beißend der political correctness trotzende „Egusi-Soup für die Frau Minister“. Beinahe ein Sakrileg war die Schilderung des Opernballs aus der Sicht des Kommissars Groschen aus dem Krimi „Rechtswalzer“ von Franzobel, wo Debütanten an die Spanische Hofreitschule erinnern und die „bessere Gesellschaft“ gehörig ihr Fett abbekommt.

Dass Szyszkowitz aber nicht nur eine hervorragende Leserin ist, sondern auch Wiener Lieder fantastisch interpretieren kann, stellte sie an diesem Abend mehrfach unter Beweis, immer begleitet vom Duo KlangZeit – Fini Melchior und Hansi Zeller. „Die oide Englmacherin vom Diamantengrund“, „Wann der Herrgott ned wui, nutzt des gar nix“ und mehr machten den Abend noch facettenreicher, ebenso wie das Mikrodrama „Caligula“ oder die unvergessene Christine Nöstlinger und ihr „Unmöglicher Traum“. Selbst der einzige Ausreißer des Abends – Ephraim Kishon zählt ja nicht zu den österreichischen Literaten – traf die Wienerseele ins Mark mit der „Überwältigung in A-Dur“. „Diesen Text hat mir mein lieber Kollege Friedrich von Thun mitgegeben“, erklärte Szyszkowitz, die derzeit mit Thun dreht.

Tosender Applaus, viele Dankesworte und eine gesungene Zugabe rundeten diesen Abend ab, der bereits viel Appetit auf die nächste Weilheimer Lesepause machte.

Von Bianca R. Heigl

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Aktion zum Tag der Menschenrechte auf Weilheimer Kirchplatz
Aktion zum Tag der Menschenrechte auf Weilheimer Kirchplatz
Kostenlos Bus fahren im Landkreis
Kostenlos Bus fahren im Landkreis
Weilheimer Sternenreise: Der Countdown läuft ab
Weilheimer Sternenreise: Der Countdown läuft ab

Kommentare