Abschlussprüfungen für angehende Landwirte in Bernried

"Resi, i hol di mit meim Traktor ab"

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Annette Weyer

Bernried – Kälberheu, Silage oder Silomais? Vom 2. bis 4. Juli fand auf dem Hofgut Bernried die diesjährige Abschlussprüfung für 32 angehende Landwirte statt.

Den schriftlichen Teil, der die Wissensgebiete Pflanzenproduktion, Tierproduktion sowie Wirtschafts- und Sozialkunde beinhaltet, haben die Azubis bereits am 1. Juli an der Berufsschule in Weilheim absolviert.

Im praktischen Teil mussten die Prüflinge ihr handwerkliches Können in den Bereichen Tier- und Pflanzenproduktion unter Beweis stellen. Die Aufgaben umfassten vielfältige Bereiche, wie zum Beispiel das Vorbereiten einer Motorsäge und die Fällung eines Baumes, die Beurteilung eines Grünlandbestandes oder die Erstellung einer Futterration für eine trächtige Milchkuh. 

Landwirt: Ein Beruf mit Zukunft

Auch Josef Stigloher musste am 4. Juli zeigen, was er in den letzten drei Jahren gelernt hat. Der zukünftige Landwirt ist auf einem Bauernhof in der Gemeinde Weyarn aufgewachsen. Den praktischen Teil seiner Ausbildung hat er auf Gut Wallenburg bei Miesbach verbracht. Verständlich, dass der junge Mann souverän mit einem Traktor umgehen kann. „Ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause. Es hat alles gepasst!“, sagt Josef Stigloher. Lediglich bei der mündlichen Befragung im Anschluss an die Pflichtdisziplinen sei er ein wenig „ins Schwitzen“ gekommen. Noch muss er sich etwas gedulden, denn ob er tatsächlich bestanden hat, erfährt er in 14 Tagen. Doch der pfiffige Bauernsohn ist optimistisch. Schließlich hat er ehrgeizige Zukunftspläne: Nach bestandener Prüfung möchte er die Landwirtschaftsschule besuchen und sich dort gezielt auf die Meisterprüfung vorbereiten.

Eine gute, fundierte Ausbildung ist wichtig

„Landwirte erzeugen umweltgerecht und rationell hochwertige Nahrungsmittel, pflegen und erhalten die Kulturlandschaft“, erklärt Ulrike Promberger, Ausbildungsberaterin beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Miesbach. „Eine gute, fundierte Ausbildung spielt schon deshalb eine entscheidende Rolle.“ Die Ausbildung zum Landwirt dauert in der Regel drei Jahre, kann jedoch im Einzelfall verkürzt werden. Das erste Ausbildungsjahr wird in Bayern als Berufsschuljahr in Vollzeit durchgeführt. Für dieses Berufsschuljahr ist kein Ausbildungsvertrag abzuschließen. Der Vertrag zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden wird erst für das zweite und dritte Ausbildungsjahr abgeschlossen. Während der betrieblichen Ausbildung ist die Berufsschule an einem Tag pro Woche zu besuchen. Nur anerkannte Ausbildungsbetriebe dürfen Landwirte ausbilden. Nach der Ausbildung übernehmen Landwirte oftmals den elterlichen Betrieb. Aber auch größere landwirtschaftliche Betriebe bieten mögliche Tätigkeitsfelder.

Neue Einkommenskombinationen, wie Freizeit und Erholung, Direktvermarktung oder kommunale Dienstleistungen erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wichtige Voraussetzungen

Vorausgesetzt wird der Qualifizierende Hauptschulabschluss. Jemand, der Mathe- matik und Technik schon in der Schule uninteressant fand, sollte sich eher nicht für die Ausbildung zum Landwirt bewerben. Freude am Umgang mit Tieren, Spaß an der Arbeit im Freien sowie handwerkliches Geschick sind auf jeden Fall von Vorteil. Die Planung der Produktion und das Vorbereiten und Kontrollieren der Arbeiten erfordern außerdem ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit. Nicht zu vergessen: Experimentierfreudigkeit und mathematische Fähigkeiten. Sinnvoll ist zudem ein Grundverständnis für marktwirtschaftliche Zusammenhänge. 

Weitere Infos zum Ausbildungsberuf des Landwirts gibt es beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Außenstelle Wolfratshausen. Ansprechpartnerin ist Ulrike Promberger, Telefon 08171/ 4317-149.


Von Annette Weyer

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