Im Interview verrät die Schauspielerin, warum Weilheim auf ihrer Lesereise nicht fehlen darf

Ein Abend mit Adele Neuhauser

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Adele Neuhauser stellt am 8. Oktober in Weilheim ihre Autobiografie vor.

Weilheim – Ein forscher Gang und die ungewöhnlich dunkle Stimme gehören zu ihren Markenzeichen. Seit sie im Wiener Tatort“ an der Seite ihres Kollegen Harald Krassnitzer als verletzliche „Bibi Fellner“ ermittelt, ist Adele Neuhauser einem Millionenpublikum bekannt. In ihrer kürzlich erschienenen Autobiografie „Ich war mein größter Feind“ gibt die sympathische Schauspielerin Einblick in ihr bewegtes Leben, das von herben Schicksalsschlägen gekennzeichnet ist.

Am Sonntag, 8. Oktober, wird Adele Neuhauser nach Weilheim kommen, um ihr Buch vorzustellen. Die „Freunde des Weilheimer Theaters“ konnten die 58-Jährige für die mit Spannung erwartete Lesung im Stadttheater gewinnen.

Im Interview mit Kreisboten-Redakteurin Maria Hofstetter erklärt Adele Neuhauser die Beweggründe dafür, sich mit ihrer eigenen Geschichte so intensiv auseinanderzusetzen.

Frau Neuhauser, wir haben von Fans gehört, welche die Tage bis zu Ihrem Auftritt in Weilheim zählen. Wie kommt Weilheim zu der Ehre, dass Sie Ihre Autobiografie hier erstmals in Deutschland präsentieren werden?

Neuhauser: „Das ist ja lieb! Ich freue mich auch schon auf Weilheim! War ich doch viele Jahre in Polling zuhause, darf Weilheim auf meiner Lesereise nicht fehlen!“

„Ich war mein größter Feind“ –ein mutiger Buchtitel, der darauf schließen lässt, dass Sie Ihr bisheriges Leben sehr selbstkritisch unter die Lupe genommen haben. Wie kam es dazu, und wer hat Sie zum Schreiben inspiriert?

Neuhauser: „Durch die Rolle der Kommissarin ‚Bibi Fellner‘ im österreichischen Tatort bin ich einem großen Publikum sichtbar geworden. Das war auch der Grund, warum einige Verlage auf mich zugegangen sind und mich mit der Idee, eine Autobiografie zu schreiben, konfrontiert haben. Letztlich habe ich mich mit der Idee angefreundet und so kam es zu meinem Buch ‚Ich war mein größter Feind‘.“

Als Wiener „Tatort“-Kommissarin „Bibi Fellner“ ermitteln Sie Fälle, die Ihrem Publikum richtig an die Nieren gehen, in der jüngsten Folge „Virus“ schwebten Sie gar selbst in Lebensgefahr. Auch privat sollen Sie von Schattenseiten und Tragödien nicht verschont geblieben sein?

Neuhauser: „Ich glaube, dass jeder Mensch in seinem Leben dunkle und tragische Momente durchlebt. So auch ich und davon berichte ich in meinem Buch. Aber ich spreche auch über die vielen positiven Seiten des Lebens.“

Ihre Eltern – Mutter Österreicherin, Vater Grieche – lebten in zwei verschiedenen Welten, was bereits in Ihrer Kindheit zur Trennung führte. Sie blieben fortan beim Vater, eine Entscheidung, die Sie sehr belastete?

Neuhauser: „Jedes Kind, dessen Eltern auseinandergehen, leidet darunter. Bei mir mündete dieser Umstand allerdings in eine tiefe Depression, die mich für viele Jahre begleiten sollte.“

Als Charakterdarstellerin wie auch im realen Leben wurden Sie mit tiefen Abgründen und seelischer Not konfrontiert. In Ihrem neuen Buch vermitteln Sie dem Leser aber auch eine unbändige Lust auf Neuanfänge. Woher nehmen Sie diese Kraft, so viel Mut?

Neuhauser: „Die Auseinandersetzung mit meiner Geschichte und den Menschen, die mich auf meinem Weg begleiteten und die schwierigen Situationen, die ich durchgangen bin, haben mich letztlich mit einer großen Portion positiver Energie genährt.“

Sind Sie mit Kollegen von Set und Theater auch privat befreundet?

Neuhauser: „Tiefe Freundschaften unter Kollegen gibt es ganz selten. Aber nach all den Jahren gemeinsamer Arbeit und Erlebnissen mit Harry Krassnitzer kann ich ihn als einen wahren und wunderbaren Freund bezeichnen.“

Warum ist das „Loslassen und Weitergehen“ so wichtig im Leben?

Neuhauser: „Nur wenn wir lernen, uns zu verzeihen, den Frieden mit uns und Anderen zu machen, können wir beherzt weitergehen und positiv in die Zukunft schauen.“

Authentisch, offen, impulsiv und humorvoll: So haben Sie sich in die Herzen Ihres Publikums gespielt. Eine erfolgreiche und lebenslustige Frau, die in ihren 58 Jahren durch Höhen und Tiefen gewandert ist und den „eigenen Feind“ hinter sich gelassen hat, oder?

Neuhauser: „Vielen Dank für Ihre freundlichen Worte! Und ja, ich WAR einmal mein größter Feind.“

Welche besonderen Erinnerungen verbinden Sie denn heute noch mit Polling, wo Sie mit Ihrem damaligen Mann Zoltan Paul und Ihrem Sohn eine Zeitlang gelebt haben?

Neuhauser: „Oh, da gibt es so viele wunderschöne Erinnerungen! Die Menschen, dieser wunderbare Ort, die Klosterwirtschaft, die Landschaft und und und...“

Frau Neuhauser, was gehört für Sie bei einem Besuch in Weilheim unbedingt dazu?

Neuhauser: „Na ja, ich muss unbedingt ein Bier von der Dachsbrauerei trinken! Freu mich schon auf den Abend im Stadttheater und auf das wunderbare und freundliche Publikum! Bis bald!“

Vielen Dank für das Interview.

Für die um 18 Uhr beginnende Vorstellung mit anschließendem Büfett im Weilheimer Stadttheater gibt es noch Karten beim Ticketservice des Kreisboten in der Weilheimer Sparkasse am Marienplatz, Tel. 0881/686-11 und -12.

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