Thema im Peißenberger Bauausschuss:

Änderungsplanung für Plötzbräu-Areal in Peißenberg abgelehnt

Pläne Plötzbräu-Areal
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An der Hauptstraße der Altbau und im hinteren Grundstücksbereich ein drei- respektive vierstöckiger Neubau: So sehen die Pläne des Investors für den noch verbliebenen Teil des ehemaligen Plötzbräu-Areals aus.
  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Peißenberg – Die ehemalige Plötzbräu-Gaststätte an der Hauptstraße ist ein ortsbildprägendes Gebäude, dessen Schicksal eigentlich schon besiegelt schien. Das Bauwerk sollte abgerissen werden und einem Neubau weichen. Doch nach einem Investorenwechsel soll das Traditionshaus nun doch erhalten bleiben. Die Peißenberger Kommunalpolitik goutiert die Abkehr von den Abrissplänen. Der gemeindliche Bauausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung aber dennoch gegen die Änderungsplanung.

Die Sache ist kompliziert: Der Investor möchte das alte Gaststättengebäude renovieren und in ein reines Wohnhaus mit sieben Wohneinheiten umnutzen. Die Sanierung kostet freilich Geld, das wiederum an anderer Stelle verdient werden soll.

Der neue Bauinvestor möchte dafür auf dem Grundstück zwischen Grottenweg und Hauptstraße im hinteren Bereich das alte Sudhaus abreißen und durch einen drei- respektive vierstöckigen Neubau mit zehn Wohneinheiten und einem 300 Quadratmeter großen, gewerblich genutzten Ausstellungsraum ersetzen. Der neue Gebäudekomplex würde als Grenzbebauung direkt an den Grottenweg anschließen. Bürgermeister Frank Zellner (CSU) sprach im Bauausschuss von einer „Mischkalkulation“: „Der Neubau wird gebraucht, um die Altbausanierung zu finanzieren.“

Bürgermeister Zellner war allerdings der Einzige im Bauausschuss, der für die Änderungsplanung votierte. Die übrigen Gremiumsmitglieder bezeichneten die Pläne indes als überdimensioniert. Anton Höck (Peißenberger Liste) titulierte den Neubaukomplex plakativ als „Koloss“. Ähnlich äußerte sich Philipp Schwarz (CSU/Parteilose): „Der Baubewerber nutzt jeden Zentimeter aus.“

Daraus ergeben sich nach Meinung der Ausschussmitglieder Folgeprobleme – und zwar in Bezug auf den Stellplatznachweis. Ursprünglich wurde ein Bedarf an 37 Parkplätzen ermittelt – 14 für den Altbau und 23 für den Neubau. Sie sollten teilweise an einem Grundstück am Grottenweg entstehen – nämlich dort, wo früher eine Stockschützenbahn angelegt war. Doch der Marktrat legte sein Veto ein, weil genau dort auch eine stark frequentierte Geh- und Radwegroute vorbeiläuft.

Nun legte der Investor einen Änderungsplan vor. Doch die Kritik der Mitglieder des Bauausschusses konnte damit nicht gemindert werden. In der neu vorgelegten Änderungsplanung wurde eine andere Stellplatzkonzeption und ein gesetzlicher Kunstgriff eingearbeitet. So hat das Landratsamt Weilheim-Schongau signalisiert, dass ein reduzierter Stellplatznachweis möglich ist. Die Behörde verweist auf eine neue Regelung in der Bayerischen Bauordnung (Artikel 47). Die verlangt zwar nach wie vor die Bereitstellung einer ausreichenden Zahl an Stellplätzen. Allerdings gibt es dann eine Ausnahme von der Stellplatzpflicht, „wenn sonst die Schaffung oder Erneuerung von Wohnraum (…) erheblich erschwert oder verhindert würde“. Im konkreten Fall wurde auf Basis dieser Gesetzesregelung vom Baubewerber ein Gesamtbedarf von lediglich 23 Stellplätzen ermittelt – wobei für den Altbau nun gar kein Parkplatz mehr vorgesehen ist. Die Planung mit den Stellplätzen am Grottenweg würde damit entfallen. Die reduzierte Anzahl soll nun unter anderem über ein Parkliftsystem auf dem Gelände des ehemaligen Biergartens nachgewiesen werden.

Doch der Tenor im Bauausschuss war eindeutig: „So richtig abgespeckt wurden die Pläne nicht“, kritisierte Bernd Schewe (SPD). „Ja, der Baubewerber ist uns entgegengekommen – aber nur mit Hilfe eines Parklifts und Paragraphen.“ Ähnlich äußerte sich Manuela Vanni (Peißenberger Liste). Die Altbürgermeisterin bezweifelte, dass die Vorschrift der Bauordnung wirklich auf den konkreten Fall angewendet werden könne – denn: „Wenn der Baubewerber nicht so groß anbauen würde, dann könnte er ja die Stellplätze nachweisen.“ So sah es auch Jürgen Forstner (Freie Wähler). Durch die geringere Anzahl an Stellplätzen würde rund um das Wohnquartier ein „Parkchaos“ entstehen. Der Investor benutze den Altbau wohl nur als „Köder“, um beim Neubau volumenmäßig alles auszureizen.

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