1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Weilheim

Ärzte der Krankenhaus GmbH informieren über Hepatitis-Erkrankungen

Erstellt:

Von: Stephanie Novy

Kommentare

Krankenhaus GmbH informiert über Hepatitis
Chefarzt Dr. Jochen Dresel (links) und Oberarzt Dr. Andreas Benesic hoffen, dass mehr Menschen sich über mögliche Hepatitis-Infektionen Gedanken machen und die Test- und Behandlungsmöglichkeiten bei Hausärzten und der Krankenhaus GmbH annehmen. © Novy

Landkreis – Sie ist das größte Stoffwechselorgan des Menschen. Doch wird der Leber von den meisten Menschen kaum Beachtung geschenkt. Das ist einer der Gründe, warum Hepatitis-Erkrankungen gar nicht oder zu spät erkannt werden. Die Krankenhaus GmbH möchte das ändern.

Weltweit sterben jährlich etwa 1,3 Millionen Menschen nach einer Hepatitis-Erkrankung. 2010 nahm die Weltgesundheitsorganisation die Hepatitis-Viren in die Liste der „globalen Killer“ auf. Dabei gibt es Wege sich zu schützen, beziehungsweise gute Behandlungsmöglichkeiten. Übertragen werden die Viren auf verschiedenen Wegen: über Wasser und verunreinigte Lebensmittel (Hepatitis A), Körperflüssigkeiten (B), direkter Kontakt mit kontaminiertem Blut sowie sexuelle Kontakte und verunreinigte Nadeln beim Drogenkonsum (C). Der Verzehr von rohem Fleisch ist häufig die Ursache von einer Infektion mit Hepatitis E.

Die einzelnen Varianten haben unterschiedliche Folgen. Grundsätzlich ist eine Hepatitis eine Entzündung der Leber. Durch die Viren kann es zu akutem Leberversagen, Zirrhose und zu Krebs kommen. Alle Varianten haben gemein, dass sie anfangs oft nicht bemerkt werden. Manche können oftmals unbemerkt ausheilen, wie das bei Hepatitis E der Fall ist. Andere haben ein sehr hohes Risiko zu einer Zirrhose und einem Karzinom zu führen. So ist Hepatitis B weltweit die häufigste Ursache für diese schwerwiegenden Folgen.

Doch was lässt sich dagegen tun? Gegen Hepatitis A und B gibt es Schutzimpfungen wie Dr. Jochen Dresel, Chefarzt Innere Medizin in Schongau und Leiter des Gastroenterologischen Zentrums Weilheim-Schongau, sowie sein Kollege Oberarzt Dr. Andreas Benesic erklären. Wer eine chronische Hepatitis-B-Infektion hat, kann auch zusätzlich an Hepatitis D erkranken. Bis 2021 war die chronische Hepatitis B/D nahezu untherapierbar. Die letzte Chance für viele Patienten war eine Lebertransplantation. Doch die Therapie habe in den letzten Jahren „enorme Fortschritte“ gemacht, wie Dresel bestätigt. So stehen nun Medikamente zur Verfügung, mit denen der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst werden kann.

Für die restlichen Hepatitis Varianten gibt es keine Schutzimpfungen. Allerdings lassen sie sich, wenn die Infektion rechtzeitig nachgewiesen wurde, recht gut behandeln, wie Benesic informiert. Deshalb gebe es seit Herbst vergangenen Jahres für alle Krankenversicherten die Möglichkeit, sich kostenlos beim Hausarzt auf Hepatitis B und C testen zu lassen. Benesic empfiehlt, dass jeder Erwachsene diesen Test machen sollte.

Zudem bietet die Krankenhaus GmbH an ihrem Standort in Weilheim seit Anfang des Jahres eine Sprechstunde an. Immer Dienstag- und Donnerstagnachmittag beziehungsweise nach Vereinbarung beraten die Experten kostenlos. Mit einem speziellen Ultraschallgerät kann die Leber des Patienten genau untersucht werden. Wie wichtig das ist, zeigen aktuelle Zahlen aus dem Landkreis: Hier gibt es derzeit eine Häufung von Hepatitis-A-Fällen.

Die beiden Ärzte hoffen, dass mehr Menschen diesem oft übersehenen Organ mehr Aufmerksamkeit schenken. Denn letztlich sei die Früherkennung das Allerwichtigste. Selbst bei einer nicht heilbaren, chronischen Erkrankung könnten die Betroffenen noch ein normales Leben führen.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare