Agathenzyklus des Malers Jörg Greimolt erhält Ehrenplatz im Stadtmuseum

Ein Stück Weilheim heimgeholt

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Kulturelles Erbe mit vereinten Kräften zurückgeholt: V.li. Museumsleiter Dr. Tobias Güthner; Josef Koch, Sparkasse; Dr. Martin Hoernes, Länder-Kulturstiftung; Dr. Michael Henker, nichtstaatliche Museen; Kulturreferentin Ragnhild Thieler, Bürgermeister Markus Loth.

Weilheim – „Sie sollten die Neugestaltung dieses Museums anpacken, es lohnt sich.“ Bei der Präsentation der vier Agatha-Bilder des Weilheimer Malers Jörg Greimolt bestärkten die Grußredner Stadt und Förderverein in ihren Umbauplänen.

einer Wiener Kunsthandlung entdeckten, ursprünglich aus Weilheim stammenden Gemälde im Beisein der Sponsoren und weiterer Gäste im zweiten Stock des Stadtmuseums vorgestellt. Mit dem Ankauf des Agathenzyklus sind nach über 150 Jahren vier außergewöhnliche Kunstwerke in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach über einjährigen Verhandlungen konnten die auf Holz gemalten Ölbilder mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder (Berlin), der Ernst von Siemens Kunststiftung (München), der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern (München), der Jubiläumsstiftung der Vereinigten Sparkassen Weilheim sowie der Weilheimer Winfried und Centa Böhmstiftung für 320000 Euro erworben werden (wir berichteten). Ohne finanzielle Unterstützung wäre der Ankauf für Weilheim nicht zu schaffen gewesen, richtete Bürgermeister Markus Loth seinen Dank an die Sponsoren. 

Dr. Michael Henker, Leiter der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, bescheinigte Weilheims Museumsleiter Dr. Tobias Güthner und dessen Vorgängern, eine „gute Arbeit geleistet“ zu haben. Die zeitgemäße Erschließung des Stadtmuseums sei zwar kompliziert, Weilheim sollte sich aber „mit diesem Provisorium nicht länger zufrieden geben. Sonst kommt irgendwann die Feuerwehr und sperrt das Gebäude zu“, warnte Henker.

Da die Herkunft der Greimoltbilder eindeutig nachweisbar ist, war die Kulturstiftung der Länder „als Förderer sofort zur Stelle“, vermittelte ihr Vertreter Dr. Martin Hoernes den geladenen Gästen. Das regional verwurzelte Kunstwerk werte Weilheim auf.

mit seinen Ausführungen ins Detail: Die von Dr. Christoph Metzger von der Albertina in Wien entdeckten Bilder zeigen vier Szenen aus dem Martyrium der heiligen Agatha, die einer Legende nach um die Mitte des dritten nachchristlichen Jahrhunderts in Catania gelebt hat. Popularität erlangte sie erst nach ihrem Tod, als ihr Schleier die sizilianische Stadt vor den glühenden Lavamassen des Vulkans Ätna verschont haben soll.

wie das Abschneiden von Agathas Brüsten oder ihr Martern auf einem glühenden Rost – dürften um 1523 in Weilheim für großes Aufsehen gesorgt haben. „Eine derart moderne Malerei“, glaubt Güthner, „hatten hier zu diesem Zeitpunkt nur wenige je zu Gesicht bekommen.“ Greimolt habe „so ziemlich alle Register des damals neuen Kunststils, der Renaissance, gezogen“. Beim Agathenzyklus handelt es sich wohl um die Flügel eines Altares, der sich in der Agathenkapelle bei der Kirche St. Pölten befunden haben soll.

Von Maria Hofstetter

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