Breites Aktionsbündnis wirbt für Volksbegehren "Rettet die Bienen!" – Einschreibefrist beginnt Ende Januar

Gemeinsam für den Artenschutz

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Wollen helfen, dass das Volksbegehren ein Erfolg wird: Das lokale Aktionsbündnis im Landkreis. Vorne v.li. die Sprecher Agnes Edenhofer, Manuel Neulinger, Dr. Helmut Hermann und Dr. Knut Neubeck.

Peißenberg – Für das von der Ödp initiierte Volksbegehren „Rettet die Bienen! Stoppt das Artensterben“ beginnt bald die heiße Phase. In der Zeit von 31. Januar bis 13. Februar müssen bayernweit rund eine Million Bürger ihre Unterstützung bekunden – erst dann wäre der Weg für einen Volksentscheid frei. Im Landkreis hat sich nun ein breit aufgestelltes Aktionsbündnis gegründet.

„Wir müssen alle Kräfte bündeln, egal welche Parteifarbe und Gruppierung“, appellierte Ödp-Kreischefin Agnes Edenhofer an die rund 35 Besucher der konstituierenden Versammlung für das regionale Aktionsbündnis. In das Gasthaus „Sonne“ waren unter anderem Vertreter von Ortsgruppen des Bund Naturschutz, von Parteien, vom Landesbund für Vogelschutz, von der evangelischen Kirche und Privatpersonen gekommen, die sich für das Volksbegehren zur Artenvielfalt einsetzen wollen. Die formalen Hürden sind durchaus hoch: Damit es zu einem Volksentscheid kommt, müssen das Begehren bayernweit rund eine Million Bürger unterzeichnen. Das Problem: Die Befürworter müssen zur Unterschrift eigens mit Personalausweis in der vorgegebenen Frist in die Rathäuser kommen. „Es geht bei dieser Geschichte um Mobilisierung“, mahnte Grünen-Kreischef und „Bündnispartner“ Manuel Neulinger, im Rahmen der Versammlung: „Dass die Leute – salopp gesagt – den Arsch hochkriegen, dazu wird es etwas mehr brauchen, als sie zu einem lange vorher bekannten Wahltermin zu locken.“

Bei dem Volksbegehren, das wurde während der knapp zweistündigen Versammlung deutlich, geht es um viel: „Das Ganze zu verlieren, wäre nicht nur für die Ödp, sondern auch für den Artenschutz fatal“, erklärte Dr. Helmut Hermann vom Bund Naturschutz.

Auch Dr. Maiken Winter, die im Fachsprechergremium für das Volksbegehren aktiv ist, bezeichnete es als „total dringend, dass wir etwas verändern“. Bayern müsse in Sachen „Artenschutz“ Strahlkraft entwickeln. Die Vorschläge des Begehrens zu einer Verbesserung des Naturschutzgesetzes wären die richtige Handhabe, um die Staatsregierung zu einem Umdenken zu bewegen. Unter anderem setzt sich das Begehren dafür ein, dass die in Bayern ökologisch bewirtschafteten Flächen bis ins Jahr 2025 von derzeit zehn auf 25 Prozent ausgebaut werden – und zwar „durch Anreize und nicht mit der Peitsche“, wie es Winter formulierte. Zudem sollen mindestens zehn Prozent der Naturflächen in Blühwiesen umgewandelt und spätere Mähtermine festgelegt werden. Auch die Schaffung von Biotopverbunden steht auf der Programmliste.

Als Sprecher für das Aktionsbündnis wurden Edenhofer, Neulinger, Hermann und Dr. Knut Neubeck vom Landesbund für Vogelschutz ernannt. Nach einer Gesamtauftaktveranstaltung und intensiver Pressearbeit will man vor allem während der Einschreibefrist die Werbetrommeln rühren. Vor den Rathäusern sollen „Lotsen“ stationiert werden, die Passanten auf direktem Weg zur Unterschrift bewegen sollen.

Von Bernhard Jepsen

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