Schockieren, um zu warnen

Aktionstag Discofieber mahnt vor Alkohol und Übermut am Steuer

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Die Rettungskräfte bei der Übung, die heuer auf dem Platz der Freiwilligen Feuerwehr Peißenberg stattfand.

Peißenberg – Er ist zur Tradition geworden, der „Aktionstag Discofieber“. Bei ihm geht es allerdings nicht um ausgelassenes Feiern in der Disco, sondern darum, was nach dem fröhlichen Discobesuch auf dem Nachhauseweg passieren kann, wenn zu viel Alkohol und Übermut im Spiel sind.

Es ist ganz still, als sich die Fahrschüler im Dunkeln auf dem Platz der Freiwilligen Feuerwehr in Peißenberg versammeln und die beiden Schrottautos betrachten, die dort stehen. Schreie hallen über das Gelände. Sie kommen aus dem Auto. Zum Glück handelt es sich dabei um eine nachgestellte Szene, die sich aber nachts auf jeder Landstraße ereignen könnte.

Von den Referenten werden die Jugendlichen animiert, den Notruf abzusetzen und kurz darauf wird es laut: Feuerwehr und Rettungsdienst kommen mit Blaulicht und Sirene ums Eck, Rettungskräfte springen aus ihren Einsatzwägen und laufen zu den vermeintlich Verletzten. Die Peißenberger Feuerwehrleute unter Kommandant Philipp Reichhart nehmen mit Rettungsscheren die Autotüren und Dächer ab. Vor Ort ist auch der ehemalige leitende Notarzt, Dr. Jürgen Brüderle, der mit Christian Lärm und weiteren Rettungssanitätern des BRK Peißenberg die „Verletzten“ versorgt. Der Verkehrserzieher der Polizeidienststelle Weilheim, Thomas Fuchs, erklärt in der Zwischenzeit den Zuschauern, was die Aufgaben der Polizei bei einem Verkehrsunfall sind.

Nicht nur die Einsatzkräfte legen Hand an. Fast eine halbe Stunde wechseln die Teilnehmer sich an einer lebensgroßen Puppe auf dem Boden ab, um eine Herzdruckmassage durchzuführen und Luft in die Lungen zu pumpen. Leider konnte das „Opfer“ in diesem Szenario nicht gerettet werden. Dann wird es wieder still auf dem Platz. Die Motoren der Einsatzfahrzeuge sind aus, nur das Blaulicht wirft seine Schatten, als Notfallseelsorger und Pfarrer Bernhard Schöner eine Decke über den Kopf der Puppe zieht und ein Gebet spricht – wie er es immer tut, wenn er zu einem Einsatz gerufen wurde, bei dem es Verstorbene zu beklagen gibt. Damit endet die Rettungsübung.

Dreimal jährlich findet das Projekt der Brücke Oberland e.V. mit den Organisatoren Petra Keller und Tobias Tschech gemeinsam mit den Rettungskräften und der Polizei im Landkreis Weilheim-Schongau statt. Entwickelt wurde „Discofieber“ vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. In Zusammenarbeit mit umliegenden Fahrschulen soll den jungen Verkehrsteilnehmern mit dieser Aktion möglichst realitätsnah vermittelt werden, was es heißt, in einen Unfall verwickelt zu sein.

Von Kreisbote

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