Beim Aktionstag Diskofieber: Junge Verkehrsteilnehmer sensibilisiert

Für den Notfall wappnen

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Bei der Einsatzübung auf dem Feuerwehrplatz in Peißenberg.

Peißenberg – Er ist schon zur Tradition geworden, der „Aktionstag Diskofieber“.

Bei ihm geht es jedoch nicht um eine Aktion in der Disko, sondern vielmehr darum, was nach einem fröhlichen Diskobesuch auf dem Nachhauseweg passieren kann, wenn zu viel Alkohol und Übermut im Spiel sind. Dreimal jährlich findet das Projekt der Brücke Oberland e.V. mit den beiden Organisatoren Petra Keller und Tobias Tschech gemeinsam mit den Rettungskräften und der Polizei im Landkreis Weilheim-Schongau statt – und das seit zehn Jahren. Entwickelt wurde „Diskofieber“ vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Auch heute unterstützt die ZPG diese Aktion im Landkreis noch intensiv in enger Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Peißenberg, dem Bayerischen Roten Kreuz Peißenberg, einem langjährigen leitenden Notarzt, den Verkehrserziehern des Landkreises, der Gebietsverkehrswacht Schongau, einem Notfallseelsorger und vielen ehrenamtlichen Helfern.

In guter Zusammenarbeit mit den umliegenden Fahrschulen, die mit ihren Fahrschülern den Aktionstag Diskofieber besuchen, soll den jungen VerkehrsteilnehmerInnen möglichst realitätsnah vermittelt werden, was es heißt in einen Unfall verwickelt zu sein.

„Diskofieber“ – das heißt ausgehen, Freunde treffen, den ein oder anderen Cocktail oder ein Bier trinken. Doch nach der Disko hört der Spaß oft auf. Es ist ganz still, als sich die circa 65 Teilnehmer des Aktionstages im Dunkeln auf dem Feuerwehrplatz der Freiwilligen Feuerwehr versammeln und die beiden Schrottautos betrachten, die dort auf dem Hof stehen. Schreie hallen über das Gelände. Sie kommen aus einem der Autos.

Moderator Werner Hoyer von der Gebietsverkehrswacht Schongau animiert einen Jugendlichen, den Notruf abzusetzen und kurz darauf wird es laut: Feuerwehr und Rettungsdienst kommen mit Blaulicht und Sirene ums Eck, Rettungskräfte springen aus ihren Einsatzwägen und laufen zu den vermeintlich Verletzten und beginnen diese zu versorgen. Bei diesem Szenario handelt es sich zum Glück nur um eine Übung. Einiges ist heute Abend allerdings echt, wie die Peißenberger Feuerwehrleute, die mit Rettungsscheren die Autotüren und Dächer abnehmen. Vor Ort ist ebenso der ehemalige leitende Notarzt Dr. Jürgen Brüderle, der gemeinsam mit Rettungssanitätern des Bayerischen Roten Kreuzes Peißenberg die „Verletzten“ versorgt. Die Verkehrserzieher der Polizeidienststelle Weilheim, Steffi Engel und Thomas Fuchs, erklären in der Zwischenzeit den Zuschauern was die konkreten Aufgaben der Polizei bei einem Verkehrsunfall sind.

Aber nicht nur die Einsatzkräfte legen Hand an. Fast eine halbe Stunde lang wechseln die umstehenden Zuschauer sich an einer lebensgroßen Puppe auf dem Boden ab, um eine Herzdruckmassage durchzuführen und Luft in die Lungen zu pumpen. Leider konnte die Puppe in diesem Szenario nicht gerettet werden. Und dann wird es wieder still auf dem Platz. Die Motoren der Einsatzfahrzeuge sind aus und nur das Blaulicht wirft seine Schatten als Notfallseelsorger und Pfarrer Dirk Wollenweber eine Decke über den Kopf der Puppe zieht und ein Gebet spricht – wie er es immer tut, wenn er zu einem Einsatz gerufen wurde, bei dem es Verstorbene zu beklagen gibt.

Von Kreisbote

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