Akutgeriatrie am Weilheimer Krankenhaus ist auf 20 Betten ausgelegt

Betagte Bürger heimatnah versorgen

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GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann, Pflegedienstleitung Anne Ertel, Oberärztin Dr. Nushin Utmishi-Mühle, Chefarzt Sebastian Mühle, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Logopädin Franziska Leipold-Piffka informierten über die neue Akutgeriatrie in Weilheim.

Weilheim – Im hohen Lebensalter haben die Menschen andere Bedürfnisse. Das trifft auch auf die stationäre medizinische Behandlung zu. Eine wohnortnahe Versorgung in vertrauter Umgebung ist für Patienten wie Angehörige wichtig. Neben der Akutgeriatrie in Schongau verfügt jetzt auch das Weilheimer Krankenhaus über ein solche Station.

In Betrieb genommen wurde die Akutgeriatrie auf Station 6 im dritten Stock im Haupthaus der Klinik, wo auch die Innere Medizin beheimatet ist. Sebastian Mühle, Chefarzt für beide Standorte, hat bereits die im April 2015 gestartete Akutgeriatrie an der Schongauer Klinik (30 Betten) mit aufgebaut und wurde dabei von internistischer und chirurgischer Seite unterstützt. Er sieht sich, zusammen mit den anderen Fachabteilungen, als „Netzwerker“.

Hochbetagte Patienten über 80 Jahre leiden oft gleichzeitig an mehreren Krankheiten. Neben akuten Leiden, wie Lungenentzündung oder Schlaganfall, sowie nach Operationen sind sie in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt, können sich nicht mehr selbst versorgen. Mit genau diesen Problemen befasst sich die Akutgeriatrie. Ihr Ziel: Akute Erkrankungen überwinden und die Selbsthilfe aktivieren, damit die Patienten möglichst wieder nach Hause zurückkehren können. Um dies zu erreichen, steht in Weilheim neben Chefarzt Mühle, seiner Ehefrau Oberärztin Dr. Nushin Utmishi-Mühle und einem Assistenzarzt ein Team aus verschiedenen Berufsgruppen zur Verfügung. Dazu zählen speziell geschulte PflegerInnen und Ärzte ebenso wie Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen. Auch die Seelsorge ist mit im Boot. Ein Sozialdienst nimmt Kontakt mit den Patienten und Angehörigen auf. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt laut Mühle bei 18 Tagen, der Weg in die Akutgeriatrie erfolgt meist über die Notaufnahme. Großes Augenmerk wird auf die Einbindung der Angehörigen gelegt. „Das beruhigt und ist besser als jedes Medikament“, weiß der Chefarzt. Als Beispiele führte er die Unterstützung beim Essen oder das Vermitteln von Pflegetipps an.

Landrätin Andrea Jochner- Weiß bezeichnete es als „großes Glück“, dass durch die Modulbauweise am Krankenhaus Betten für eine zweite Akutgeriatrie im Landkreis frei geworden sind: In dieser Abteilung „nimmt man sich Zeit für die Patienten und geht auf ihre besonderen Bedürfnisse ein“. Das spreche sich rum, über die Landkreisgrenzen hinaus, so die Landrätin. Eine Familie aus dem Münchner Umland habe ihr persönlich dafür gedankt, dass die in der Schongauer Akutgeriatrie behandelte Oma so gut versorgt worden sei.

Ohne den Rückhalt im Kreistag, so Thomas Lippmann, wäre der zweite Standort für eine Akutgeriatrie nicht möglich gewesen. „Es wird schwieriger, gegen den Strom zu schwimmen“, verwies der Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer auf den Druck, der auf kleinen Kliniken lastet. „Die Gesundheitsversorgung ist ein hoher Wert“, appelliert er nun an niedergelassene Ärzte und Bevölkerung, „das breite medizinische Angebot vor der Haustüre zu nutzen“. Für die neue Station fielen Kosten in Höhe eines „mittleren sechsstelligen Betrages“ an.

Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Andreas Knez findet es „bemerkenswert“, dass das Projekt Akutgeriatrie in Weilheim gestemmt werden konnte. Dem Chefarzt bescheinigt er in der „modernen Versorgung für Ältere“ großes Geschick: „Mühle hat in Schongau bewiesen, dass er es kann.“

In diesen Tagen wird auch neue Interimsbau am Weilheimer Krankenhaus bezogen. 

Maria Hofstetter

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