Albanische Mädchen wieder daheim

Sprachen als Türöffner

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„Sie hätten es nicht besser machen können“, lobten Claudia Fischmann und Dorothea Schumann, die Leiterinnen der Bildungskolleg-Sprachenschule, Denalda (3.v.re.) und Argenta (2.v.li.). Pfarrer Dr. Ulrich Lindl hatte zum Abschied noch Präsente mitgebracht.

Weilheim – Zwei Monate haben Denalda (18) und Argenta (19) im Weilheimer Bildungskolleg Deutsch gebüffelt und die Kurse „mit excellentem Lernerfolg“ ge- meistert. Ihre Zertifikate werden europaweit anerkannt.

Die beiden jungen albanischen Frauen kamen auf Initiative der Albanienhilfe Weilheim e.V. in die Kreisstadt (wir berichteten). Der Verein betreibt in der Stadt Elbasan in Mittelalbanien das Projekt „Haus Antonia“, wo Mädchen eine Schule besuchen und das Rüstzeug für das Führen eines eigenen Haushalts vermittelt bekommen. Denalda und Argenta sind im „Haus Antonia“ als besonders talentierte Mädchen aufgefallen und bekamen die Chance, in Weilheim ihre Sprachkenntnisse zu erweitern. Das Bildungskolleg Weilheim zeigte sich spendabel, übernahm die Kosten für den Unterricht und die Prüfungsgebühr. Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl beherbergte Denalda und Argenta als Gäste im Pfarrhaus, freute sich die Vereinsvorsitzende Evelyn Huber über diese spontane Hilfsbereitschaft. „Unsere beiden Gäste waren sehr fleißig und haben es in nur zwei Monaten von sehr geringen Sprachkenntnissen auf eine gute A2-Stufe geschafft“, lobte Schulleiterin Claudia Fischmann die jungen Albanierinnen, die am gestrigen Freitag wieder über Tirana nach Elbasan zurückgeflogen sind. Denalda und Argenta haben hier in ihrer Freizeit Schloss Linderhof und München besichtigt, Minigolf gespielt, Weiß- wurst und Knödel probiert. Trotz ausgefüllter Tage machte ihnen das Heimweh doch ziemlich zu schaffen, gaben sie geradeheraus zu. Mit E-Mail, Telefon und Briefen ging’s dann schon. Umso größer war ihre Freude, in die vertraute Umgebung zurückzukehren und das erlernte Wissen anwenden zu können. „Ich möchte in Elbasan Fremdsprachenlehrerin für Italienisch, Englisch und Deutsch werden“, war von Argenta zu erfahren. Auch Denalda hat konkrete Pläne: Die 18-Jährige beginnt im Oktober ein Studium an einer Universität mit dem Berufsziel Krankenschwester. „Die vier Prüfungen, die dafür vorausgesetzt werden, habe ich schon“, berichtete die Albanierin. Für Pfarrer Lindl, den geistlichen Beirat der Albanienhilfe, ist ein Sprachkursangebot, wie es die beiden Frauen genutzt haben, „die beste Form der Unterstützung, weil sie junge Menschen befähigt, sich in ihr Land einzubringen“. Der Auslandsaufenthalt von Denalda und Argenta hat bei weiteren Mädchen im „Haus Antonia“ Wünsche geweckt. „Wir wollen das Projekt weiter unterstützen, es gefällt uns sehr gut“, signalisierten die Schulleiterinnen im Bildungskolleg.

Maria Hofstetter

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