CSU-Kreisverbände nominieren Alexander Dobrindt als Direktkandidat für Bundestagswahl

Mit "Ruhestörer" über 50 Prozent

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Boxhandschuhe für den General: Für den anstehenden Wahlkampf bekam Alexander Dobrindt die passenden Utensilien von seinen Parteikollegen (v.li.) MdL Alex Dorow, MdL Dr. Thomas Goppel und den Landtagskandidaten Harald Kühn und Peter Ostenrieder geschenkt.

Paterzell – Die Parteibasis folgt dem General: Die CSU-Kreisverbände Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Landsberg schicken erneut Alexander Dobrindt ins Rennen um das Direktmandat im Bundeswahlkreis 226.

Der 42-jährige Peißenberger, der die Region seit 2002 im Bundestag in Berlin vertritt, bekam bei der Kandidatenkür in Paterzell von den 113 anwesenden Delegierten bis auf eine Gegenstimme einhellig das Ver- trauen ausgesprochen. Dobrindts Nominierung war freilich nur Formsache. Der CSU-Generalsekretär ist der unumstrittene Platzhirsch im rund 8 000 Mitglieder starken Lager der drei Kreisverbände. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. In seiner „Bewerbungsrede“ bot Dobrindt auch weniger persönliche Einlassungen, sondern vielmehr einen Streifzug durch aktuelle CSU-Programmatik. Lediglich bei seinem Plädoyer für die Institution „Familie“ kam er nicht aus: Dobrindts einjähriger Sohn war ebenfalls bei der Versammlung anwesend und störte Papas Ausführungen bisweilen mit lauten Zwischenrufen. „Sie sehen, der Widerspruch bei mir zu Hause ist in den letzten Monaten größer geworden“, schmunzelte Dobrindt. Es sei für einen Politiker jedoch nur von Vorteil, wenn er nicht nur über Familienpolitik rede, sondern auch „Praxiserfahrung“ mache: „Da brauchen wir uns nichts vormachen, den größten Teil der Erziehungsarbeit machen die Frauen“, stellte Dobrindt fest. Das Betreuungsgeld sei in diesem Zusammenhang „das große Ziel der CSU“ und „eine Leistung, damit Familien keinen Nachteil haben“. Dobrindt beschwor zudem seine Heimatverbundenheit („Wenn ich in Berlin bin, ist es nicht halb so schön wie hier“) und die politische Verpflichtung, „die von Gott gesegnete Region“ zu erhalten. Beim Thema „Europa“ kündigte der MdB an, weiter den Finger in die Wunde legen zu wollen. Die EU sei zwar „ein Segen für die Menschen“, doch müsse auf wirtschaftliche und finanzielle Fehlentwicklungen hingewiesen werden: „Wir brauchen kein Europa, bei dem die einen die Schulden machen und wir sie dann bezahlen. Da bin ich weiterhin gerne der Ruhestörer.“ Dobrindt versprach des weiteren, sich für die Stärkung des ländlichen Raums einsetzen zu wollen. In punkto Verkehrsinfrastruktur gebe es in der Region noch „jede Menge Herausforderungen“, wie sich am Beispiel Oberau, Garmisch-Partenkirchen und Hohenpeißenberg zeige. „Wir sind im Bereich des Straßenbaus unterfinanziert und brauchen mehr Geld“, warb der Generalsekretär für die Einführung der Pkw-Maut. Für die Wahlen im Herbst sieht Dobrindt seine Partei „unglaublich stark“ aufgestellt: „Die CSU über 50 Prozent bringen. Das ist unser Auftrag.“ 

Von Bernhard Jepsen

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