15 Jahre Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land

Alles wirklich Neue beginnt von unten

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Gruppenbild zum 15-jährigen Bestehen: Urgesteine, aktive Ehrenamtliche und Festgäste im Pfarrheim „Miteinander“. Den Festvortrag hielt Alois Glück (vorne 2.v. li.).

Weilheim – Die Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land darf sich in ihrem Kurs bestätigt fühlen. Denn Regionalität hat heute einen deutlich höheren Stellenwert als noch vor 20 Jahren. Heuer kann die Solidargemeinschaft 15-jähriges Bestehen feiern. Grund genug für eine größere Feier, die jetzt im Weilheimer Pfarrheim „Miteinander“ über die Bühne ging.

Und wie es sich für ein solches Jubiläum gehört, wurden auch diejenigen geehrt, die das Projekt auf den Weg gebracht haben: Nämlich Maria Edenhofer, Annemarie Salih, Anneliese Schweyer und Dr. Hans-Peter Senger. Sie waren es, die die Strukturen aufbauten und den Grundstein legten. „Ohne euch Vier gäbe es die Solidargemeinschaft nicht“, betonte die Erste Vorsitzende Dr. Brigitte Honold vor zahlreichen Festgästen.

Die Zahl der Gratulanten war groß. Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) betonte: „Die Solidargemeinschaft ist eine wichtige Institution in unserem Landkreis.“ Die Transparenz bei den Lebensmitteln überzeugt die Landrätin. „Der Weg vom Erzeuger über den Verarbeiter bis hin zum Verbraucher ist ehrlich und nachvollziehbar“, stellte sie fest Auch die Jugend setzt sich übrigens mit regional erzeugten Produkten auseinander. Christoph Göbl und Dominik Belle, beide 13 Jahre, von der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule Weilheim erzählten, wie sie und Mitschüler in Weilheim auf einem „Sonnenacker“ Karotten, Kartoffeln und Salat anpflanzten. Mit allem, was dazugehört. So jäteten die jungen Leute ein bis zwei Mal die Woche Unkraut, beseitigten Kartoffelkäfer und gossen das Gemüse. Die Schüler hatten viel Spaß dabei. Und: „Es war ein informatives und spannendes Projekt“, unterstrich Christoph Göbl.

Als Festredner konnte die Solidargemeinschaft Alois Glück gewinnen, ehemaliger Präsident des Bayerischen Landtags, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und auch Schirmherr des Dachvereins „Unser Land“. „Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen“, betonte er. Es gehe aber auch um die richtige Verbindung von Freiheit und Verantwortung. Eine Freiheit, die nicht verbunden sei mit Verantwortung, sei in vielen Fällen zerstörerisch. „Ebenso wichtig ist es, dass mit Sachkompetenz gehandelt wird.“ Gesinnung und Wissen allein bewirkten nichts. „Am Schluss kommt es immer auf Leute an, die sagen: Wir packen an“, fuhr der Politiker fort. Es seien oft nur wenige, die die Initiative ergriffen. Diesen Menschen müsse mehr Anerkennung gezollt werden, fand Glück. Es gelte, sie zu unterstützen und zu ermutigen. Glück ist überzeugt: „Alles wirklich Neue beginnt von unten.“ Unsere heutige Art zu leben sieht der frühere Landtagspräsident Glück als „nicht zukunftsfähig“ an, weder in ökonomischer noch in ökologischer Hinsicht. Der Redner empfahl, den Begriff Solidargemeinschaft weiter zu denken: „,Unser Land‘ ist ein Stück weit ein Modell dafür, was in größeren Zusammenhängen notwendig ist.“

Roland Lory

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