Nebeneinander statt gegeneinander

Alltagsradler im Fokus: Agenda präsentiert im Verkehrsausschuss Fahrradwege-Konzept

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Für tägliche Erledigungen das Auto stehen lassen und sich aufs Fahrrad schwingen: Der in der Pöltnerstraße fahrende Radler auf dem Foto macht‘s vor.

Weilheim – Bis Weilheim eine Fahrradstadt mit sicheren Radwegen wird, gibt es noch allerhand zu tun, findet der Agenda-Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“. Seine Arbeitsgruppe „Radverkehr“ hat zur Verbesserung der Infrastruktur des Fahrradwegenetzes ein Konzept erstellt. In einem Antrag an die Stadt wird gebeten, die darin vorgeschlagenen Projekte in Teilabschnitten zu beraten – und möglichst viele Ideen davon umzusetzen.

Drei Monate lang, berichtete Arbeitskreis-Sprecher Kurt Dörr im Gespräch mit dem Kreisboten, hat eine fünfköpfige Gruppe unter der Leitung von Helmut Kilian an dem 32-seitigen Konzept gearbeitet. In der jüngsten Verkehrsausschusssitzung wurde es erstmals vorgestellt.

„Um den Radverkehr weiter zu stärken ist eine teilweise Umstrukturierung der Verkehrswege dringend notwendig“, heißt es in dem Agenda-Entwurf. „Emotionale Diskussionen“ werden laut AK-Sprecher Dörr wohl nicht ausbleiben, wenn dadurch Parkplätze wegfallen oder Autofahrer verstärkt auf Radler Rücksicht nehmen müssen. Alle bisherigen und künftigen Aktionen hätten zum Ziel, noch mehr Bürger zum Umsteigen auf das emissionsfreie Verkehrsmittel Fahrrad zu ermuntern.

Bei einer Bereisung zwecks vorläufiger Aufnahme in die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.“ (AGFK) im Juni 2019 war das Fehlen eines aktuellen Radverkehrskonzeptes moniert worden. Die AK-Gruppe „Radverkehr“ nahm dies zum Anlass, ein solches zu erarbeiten. Als Lösung schlägt sie sieben durchgängige Verkehrsachsen vor, auf denen die Radler bevorrechtigt sind. Es sind dies die Achsen 1. Pollinger Straße über die Altstadt zum Neidhart-Park; 2. Gewerbegebiet Achalaich – Bahnhof – Töllernkreisel – Neidhart Park; 3. Geistbühelstraße – Realschule – Gymnasium – Jahnturnhalle; 4. Am Betberg – Bahnhof mit Anschluss an Achse 1; 5. Hardtkapellenstraße – Bahnhof mit Anbindung an diverse Achsen; 6. Obere Stadt mit Anbindung an Achse 1; 7. Alpspitzstraße – Altstadt – Bahnhof über die Achsen 6 und 1. Die Achsen sollen abseits und parallel zu den Hauptverkehrsachsen für Autofahrer verlaufen. „Autofahrer und Radler sollten möglichst getrennt fahren“, fasste Dörr zusammen. Als weitere Maßnahmen werden deutlichere Beschilderungen und Fahrbahnmarkierungen gefordert. Mit einer Imagekampagne soll in der Bevölkerung das Verständnis für getroffene Maßnahmen geschaffen werden.

„Die Verantwortlichen in der Stadt müssen umdenken, dass Radfahrer mehr Rechte bekommen“, mahnte AK-Sprecher Dörr und weiter: „Radfahren ist ein wichtiger Bestandteil des ÖPNV, dafür muss es Haushaltsmittel geben.“ Der Agenda-Arbeitskreis fordert: „Einfach anfangen mit dem Planen und umsetzen.“

Das vollständige Konzept kann online heruntergeladen werden.

Der mit ausführlichem Bildmaterial dokumentierte Agenda-Antrag war Thema in der jüngsten Verkehrsausschusssitzung und bekam dort viel Lob, berichtete Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder. Er wird an die Münchner Firma GEVAS Humberg & Partner weitergeleitet und auf seine Machbarkeit hin überprüft.

Workshops im Sommer

Die Stadt Weilheim hat das Ingenieurbüro für Verkehrsplanungs- und Verkehrstechnik GEVAS Anfang 2020 mit dem Erstellen eines Radverkehrskonzeptes für das gesamte Stadtgebiet inklusive der Ortsteile beauftragt. Die Kosten dafür betragen rund 34 000 Euro. Zurzeit werden die vorhandenen Radwege und ihre Infrastruktur erfasst. Die Agenda-Vorschläge sollen, wie Weilheims Radverkehrsbeauftragter Stefan Frenzl auf Nachfrage ausführte, in das beauftragte Radwegekonzept eingebunden werden.

Für dessen Ausarbeitung sind am 28. Juli und 8. September zwei Workshops angesetzt, zu denen neben dem Verkehrsreferenten im Stadtrat, Vertretern der Fraktionen, von ADFC und Verwaltung auch Mitglieder des Agenda-AK „Mobilität und Verkehr“ eingeladen sind. „Alle Bereiche werden durchleuchtet“, kündigte Wunder an. Das Planungsergebnis soll laut Frenzl Ende 2020 vorliegen.

Von Maria Hofstetter

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