Agentur für Arbeit Weilheim startet Pilotprojekt

"Altenpflege ProAktiv"

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Ein Foto vom ersten „Speed-Dating“.

Landkreis – Bereits heute fehlen in den Pflegeberufen bundesweit zahlreiche Fachkräfte. Auch im Agenturbezirk Weilheim können die vakanten Stellen im Altenpflegebereich, trotz zahlreicher Aktionen und Qualifizierungen der Arbeitsagentur, nicht immer durch das lokale Angebot an Arbeitskräften gedeckt werden.

Michael Schankweiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weilheim, möchte ein positives Signal setzen. Es entstand die Idee, künftige Fachkräfte für Deutschland auch aus dem europäischen Ausland zu gewinnen. Anja Seibold, Arbeitsvermittlerin im Arbeitgeberservice und EURES-Beraterin (European Employment Services) in der Agentur für Arbeit Weilheim, kann sich über das europäische Netzwerk mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) und dem Internationalen Personalservice (IPS) über die Arbeitsmarktdaten in den verschiedenen Ländern austauschen.

Durch diese Kooperation können Mangelberufe auf der einen Seite und das vorhandene Arbeitnehmerpotential auf der anderen Seite erkannt werden. Gemeinsam mit den Kollegen der ZAV und dem IPS wurde das Projekt „Altenpflege ProAktiv“ im Auftrag von Schankweiler ins Leben gerufen.

ZAV und IPS übernahmen zunächst die Übersetzung der Projektbeschreibungen und die Anwerbung geeigneter Bewerber in Kooperation mit den ausländischen Arbeitsmarktservices. Da die duale Ausbildung in Deutschland europaweit ein hohes Ansehen genießt, lagen dem IPS in kurzer Zeit weit über 100 Bewerbungen aus Europa für das Projekt Altenpflege ProAktiv vor. Ein mittlerer Bildungsabschluss, die Grundkenntnisse der deutschen Sprache, aber vor allem das Interesse an einer Ausbildung im Bereich der Altenpflege waren bei der Auswahl die wichtigsten Kriterien. Zeitgleich akquirierten Seibold und ihre Kollegen vom Arbeitgeber-Service die Arbeitgeber für das Projekt und wählten diejenigen aus, die während der Ausbildungszeit auch eine Wohnmöglichkeit anbieten können.

Vor Kurzem fanden in der Agentur für Arbeit zwei „Speed-Dating“-Termine statt. Bei diesen Bewerbungsgesprächen standen sich insgesamt 15 Arbeitgeber aus dem Agenturbezirk und 30 hochmotivierte junge Menschen aus Spanien, Slowenien, Slowakei und Polen gegenüber. „Die umfangreiche Vorarbeit hat sich sehr gelohnt, für 29 Bewerberinnen und Bewerber konnte ein Ausbildungsplatz ab Herbst 2018 gefunden werden“, freute sich der Agenturleiter.

Aktuell beenden die jungen Männer und Frauen in ihren Heimatländern noch die begonnenen Deutschkurse und werden von März bis September bei den hiesigen Unternehmen als „HelferIn Altenpflege“ angestellt, wobei sie neben dieser Beschäftigung die andere Hälfte des Tages weiterhin einen Deutschkurs besuchen, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Ab Herbst beginnt die Qualifizierung zum examinierten Altenpfleger, welche durch die Agentur für Arbeit finanziell über ein Förderprogramm unterstützt wird.

„Eine dauerhafte Integration der neuen Pflegekräfte kann nur Hand in Hand mit den Arbeitgebern, den Bildungsträgern sowie den Kommunen und Landkreisen sichergestellt werden. Unser Ziel ist, das Projekt Altenpflege ProAktiv in den Folgejahren wieder aufzulegen und einen dauerhaften und nachhaltigen Beitrag zur Minderung des Fachkräftemangels zu leisten“, so der Agenturchef.

Mit einer Veranstaltung am Donnerstag, 22. März, in Weilheim sollen das Projekt „ProAktiv“ offiziell vorgestellt und die BewerberInnen aus den Nachbarländern willkommen geheißen werden.

Von Kreisbote

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